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Bistum Magdeburg

Gemeinsam in einem Boot

Caritas und Diakonie veranstalteten Drachenbootrennen mit Behinderten und Nichtbehinderten

Alle in einem Boot: Die Mannschaften von Schelkau und Burgkemnitz beim Drachenbootrennen auf dem 'Süßen See' bei Aseleben.

Aseleben -Die Organisatorinnen Ines Krause (Diakonie), Andrea Fesser und Christa Seeboth (beide Caritas) hatten es spannend gemacht: Ganz langsam riefen sie erst den Dritt-, dann den Zweitplatzierten auf. Es folgte eine unerträgliche Pause. Dann tönte es durch die Lautsprecher: "Die schnellste Zeit bedingt den ersten Platz ... der geht an Sch...." Mehr war nicht mehr zu verstehen, denn die Stimme der Preisrichterinnen wurde von einem Brüller übertönte: "Schelkau!" Arme hochreißend und Bänke umstoßend jubelten die 26 Bewohner und Mitarbeiter der dortigen CaritasWohn- und Förderstätte "Julius von Pflug" und ihrer Außenstelle in Zeitz über den ersten Platz.

Nach dem Motto "Alle in einem Boot" paddelten Anfang Juli bei einem Drachenbootrennen auf dem "Süßen See" bei Aseleben 200 Menschen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen um die Wette. Beide Boote waren mit behinderten und nicht behinderten Menschen besetzt und mussten 800 Meter auf dem vom Wind gepeitschten See zurücklegen.

Diese integrative Veranstaltung fand zum "Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung 2003" statt. "Das Aktionsjahr soll Zeichen setzen und aufmerksam machen, was es bedeutet, ein Leben mit Behinderungen zu führen", sagen die Initiatorinnen des Drachenbootrennens. Das sei um so wichtiger in Zeiten, in denen vor allem die besonders benachteiligten sozial Schwachen von Sparmaßnahmen und sozialen Diskriminierungen bedroht seien.

Hervorzuheben ist die überregionale und überkonfessionelle Kooperation: Die Caritasverbände der Bistümer Magdeburg und Erfurt und die Diakonischen Werke der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelischen Landeskirche Anhalts hatten gemeinsam den Tag organisiert.

In der Einladung hieß es: "Wir alle sind aufgefordert unsere Positionen und Handlungen zu überprüfen und einen persönlichen Beitrag zu leisten, indem wir Toleranz üben, Rücksicht nehmen, Unterstützung geben, Mut aufbringen. So ist es möglich, dass der Traum von uneingeschränkter, gleichberechtigter und selbstbestimmter Teilhabe für Menschen mit Behinderung an der Gemeinschaft gelebte Wirklichkeit wird."

Brigitte McManama

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 26.07.2003

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