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Bistum Erfurt

Offen für Fremdes

Studenten bei internationalem Seminar in Venedig

Erfurt -Bereits zum zweiten Mal konnten vom 29. Juni bis 5. Juli Lehramtsstudierende der Universität Erfurt mit dem Fach Religion an einem von der Ludwig- Maximilian-Universität München getragenen internationalen religionspädagogischen Seminar in Venedig teilnehmen.

Gerade rechtzeitig im Jahr des Ökumenischen Kirchentages setzte sich die Erfurter Gruppe aus je drei evangelischen und katholischen Studierenden, geleitet von der evangelischen Religionspädagogin an der Universität Erfurt, Professor Andrea Schulte und Annegret Beck, Referentin in der Schulabteilung des Bistums Erfurt, zusammen. Im Mittelpunkt des ökumenischen Seminars stand die Auseinandersetzung mit Kultur, Kunst und Religion im heutigen Europa und deren Verhältnis zueinander.

Spannend waren die Berichte zu kulturellen Tendenzen und dem Umgang der Christen mit moderner Kunst in den Teilnehmerländern Tschechien, Österreich, Griechenland, Italien und Deutschland. In gemeinsamen Diskussionen wurde die Wahrnehmung der eigenen kulturellen und religiösen Identität im europäischen Kontext geschult und mit einer großen Offenheit für manchmal nur scheinbar vertraute oder eher fremde Perspektiven verbunden.

Biennale hinterließ den größten Eindruck

Einen besonderen Eindruck hinterließen bei allen Teilnehmenden die beiden Besuche auf der 50. Biennale von Venedig, einer der weltweit größten Ausstellungen für moderne Kunst. Ob nun im tschechischen, im deutschen, im österreichischen oder im griechischen Länderpavillon, bei genauem Hinschauen ließen sich häufig Spuren von Religiosität und eine Einladung zur Frage nach Gott und dem Menschen entdecken.

Weil Kunst als Ausdrucksform von Kultur und Religion gilt, erarbeiteten sich die Seminarteilnehmer folgerichtig im Laufe der Woche auch religionspädagogische Konzepte, wie moderne Kunst religiöse Lernprozesse unterstützen könnte. Dass sich hierbei auch spezifische Unterschiede, beispielsweise zwischen Griechenland und den Diasporagebieten in Tschechien und den neuen Bundesländern ergaben, trug zur Weitung und Bereicherung der Diskussion bei.

Das Fazit der Erfurter Gruppe ist sehr deutlich: Sowohl bezüglich der Lernprozesse im Seminar selbst als auch aufgrund des gegenseitigen Wahrnehmens und Vertrautwerdens untereinander waren die Tage in Venedig einmalig schön. Weil ein solches Erlebnis auch anderen Studierenden zu wünschen ist, soll es auch im kommenden Jahr eine Teilnahme Erfurter Studenten geben. Ob das möglich ist, liegt natürlich auch an finanzkräftigen Sponsoren.

Weil ohne die nichts geht, gilt ein herzliches Dankeschön in diesem Jahr vor allem den Kirchen in Thüringen, der Universität in Erfurt und dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken in Paderborn, die die Teilnahme der Erfurter Studenten ermöglichten.

Annegret Beck

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 30 des 5. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 26.07.2003

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