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Bistum Magdeburg

Erste Weichen in die Zukunft gestellt

Bistumsversammlung beriet Texte zum Leitbild, zum Glaubenszeugnis und zur Diakonie

Magdeburg (ep) -Vom Ringen der Delegierten vor allem um den Entwurf für ein Leitbild im Bistum Magdeburg war die zweite Bistumsversammlung am 4. und 5. Juli in Magdeburg geprägt. Nach teilweise langwierigen kontroversen Debatten konnte der Entwurf am späten Freitagabend mit 69 zu zwölf Stimmen bei sechs Enthaltungen in zweiter Lesung beschlossen und zur abschließenden dritten Lesung überwiesen werden. Der Abstimmung war zu später Stunde noch ein Antrag vorangegangen, die Entscheidung über die Annahme des Leitbild-Papiers auf den nächsten Tag zu verschieben, um den Delegierten nochmalige Bedenkzeit einzuräumen. Der Antrag wurde jedoch abgewiesen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor allem die zentrale Passage im Leitbild-Papier. Dabei ging es darum, die Formulierung "Wir wagen einen Aufbruch und vollziehen einen Paradigmenwechsel: Wir lassen den Pastoralstil der Diasporakirche ... hinter uns und nehmen die Herausforderung an, Kirche mit einer Mission zu werden" in den Text aufzunehmen oder nicht. Zugleich wurde über inhaltliche Bestimmungen von Begriffen wie Mission (und Kirche), Pastoralstil und Paradigmenwechsel debattiert. Den einen ging es dabei darum, möglichst mutig in der Kirche zum missionarischen Aufbruch und zur Mentalitätsänderung aufzufordern, während andere Delegierte angesichts der begrenzten Möglichkeiten und personellen Ressourcen in den Gemeinden nicht Beschlüsse fassen wollten, die ihrer Meinung nach nicht zu verwirklichen sind. Mit im Raum stand die Frage der Wertschätzung der seelsorglichen Arbeit in den Jahrzehnten der DDR bis in die Gegenwart sowie das rechte Verhältnis zwischen Stärkung der eigenen Reihen und einer Gehhin- Kirche. Am Ende blieb dann leicht verändert stehen, was die Fachkommission Leitbild anhand des Entwurfs der Arbeitsgruppe 1 und unter Berücksichtigung von vielen Änderungswünschen (Modi) aus den Gemeinden im Bezug auf diesen Textabschnitt vorformuliert hatte: "Wir wagen einen Aufbruch ...In unserer Diasporasituation nehmen wir so die Herausforderung an, dass Kirche missionarisch ist."

Aber auch die Diskussionsvorlagen "Martyria" und "Diakonia" wurden in zweiter Lesung verabschiedet. Was im Leitbild grundsätzliche Orientierung gibt, wird in den Themen-Papieren konkretisiert. Bei der Diskussionsvorlage "Das Leben bezeugen. Glaubenszeugnis im Bistum Magdeburg (Martyria)" stimmten die Delegierten unter anderem mehrheitlich für die "Hauptziel"- Formulierung: "Wir wagen einen Aufbruch und vollziehen einen Mentalitätswandel: Wir lassen die Verkündigungspraxis der Diasporakirche, wie sie sich Angespannte Arbeitsatmosphäre in der Bistumsversammlung: Während der zweitägigen Sitzung befassten sich die Delegierten in zweiter Lesung mit dem Entwurf für ein Leitbild des Bistums sowie den Textvorschlägen "Martyria" und "Diakonia” des Pastoralen Zukunftsgespräches. bei uns entfaltet hat, hinter uns und nehmen die Herausforderung an, Kirche mit einer Mission zu sein." Am Ende stimmten 73 Delegierte für und elf gegen den Martyria-Text. Vier enthielten sich. Und auch die Diskussionsvorlage "Die Hoffnung spürbar machen -dem Leben dienen. Diakonia im Bistum Magdeburg" wurde mit einigen Veränderungen mit großer Mehrheit angenommen.

Zu Beginn der zweiten Bistumsversammlung hatte Bischof Leo Nowak am Freitagnachmittag daran erinnert, dass es bei allen Bemühungen eigentlich um die Erneuerung des Glaubens geht und die Texte "nur eine Art Vehikel dafür sind". Am Ende betonte der Bischof, er werde dafür Sorge tragen, dass die Beschlüsse deutliche Akzente in Richtung Aufbruch tragen. Alle von der Bistumsversammlung verabschiedeten Texte erhalten erst durch die Unterschrift des Bischofs Verbindlichkeit.

Die Textvorlagen zur "Öffentlichkeitsarbeit" und zu "Strukturen und Zuständigkeiten" wurden auf die Bistumsversammlung am 27. September vertagt.

Texte und weitere Infos unter www.bistum-magdeburg.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 28 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 11.07.2003

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