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Bistum Görlitz

Die Bibel als Wegbegleiter

Kinderwallfahrt von Wittichenau nach Rosenthal / 221 Bibeln für Kinder in Osteuropa gespendet

Wittichenau / Rosenthal (mh) -"Ein Buch mit Hand und Fuß" -der neunjährige Maximilian Wittig aus Görlitz hat das wörtlich genommen und ein solches Buch mit Händen und Füßen gemalt. Sein Bild war am vergangenen Freitag und Samstag in Wittichenau und Rosenthal häufig zu sehen, denn er hat damit den Wettbewerb zur Plakatgestaltung für die diesjährige Kinderwallfahrt des Bistums Görlitz gewonnen.

Mit dem Buch ist natürlich die Heilige Schrift gemeint -wie könnte es im Jahr der Bibel anders sein. Und so standen an den beiden Wallfahrtstagen vor allem biblische Gestalten im Mittelpunkt: "Über die Menschen in der Bibel wollen wir den Kindern dieses Buch nahe bringen. Beispielsweise wollen wir ihnen Mut machen, indem wir ihnen Gestalten vorstellen, die mutig waren und gekämpft haben", erklärt Jugendreferentin Ingrid Schmidt.

So ging es zur Eröffnung in Wittichenau etwa um Stephanus, der als Erster für Christus sein Leben gegeben hat. Auf dem zwölf Kilometer langen Wallfahrtsweg von Wittichenau nach Rosenthal, den die Kinder am Samstagmorgen zu Fuß zurücklegten, begleitete sie Simon von Cyrene. Er half Jesus das Kreuz zu tragen -und so war "Helfen" das Thema einer Statio auf dem Weg. Im Gottesdienst gab es als Lesung die Geschichte von Mirijam, der Schwester des Mose. Zum Dank für die Errettung der Israeliten bei ihrer Flucht aus Ägypten am Roten Meer griff sie zur Trommel und tanzte dazu mit den Frauen Israels.

In der abschließenden Wallfahrtsstunde konnten die Kinder schließlich noch eine biblische Figur in einem Musical erleben: Nehemia, den Mundschenk des persischen Königs. Er ließ sich als dessen Statthalter nach Jerusalem schicken und trug dort zur Erneuerung des Volkes Israel nach dem babylonischen Exil bei.

Dass es nicht nur darum geht, in der Bibel über die Geschichte Gottes mit den Menschen zu lesen, sondern selbst eine Geschichte mit Gott zu gehen, daran erinnerte Bischof Rudolf Müller im Gottesdienst, den er mit den jungen Wallfahrern in der Rosenthaler Kirche feierte. Der Bischof erzählte ihnen von den Erfahrungen junger Christen in der DDR-Zeit -etwa in der Schule und bei der Armee. Er selbst hatte einmal einen jungen Mann kennen gelernt, der als Soldat während des langweiligen Wachdienstes heimlich in der Bibel las. Gerade in schwierigen Situationen sei es eine Hilfe, in der Heiligen Schrift zu lesen, weil dort häufig Erfahrungen festgehalten sind, wie Gott in scheinbar ausweglosen Situationen Menschen geholfen hat. "Wer die Bibel liest, bei dem ist Gott. Und wo Gott ist, da ist die Freude", rief der Bischof den jungen Wallfahrern zu.

Damit auch Kinder in anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks die Möglichkeit haben, diese Erfahrung zu machen, war das Wallfahrtsopfer für den Kauf von Kinderbibeln bestimmt. "Schick mir eine Kinderbibel" heißt eine Aktion von "Kirche in Not / Ostpriesterhilfe", an der sich die rund 400 Görlitzer Kinder beteiligten. Sie spendeten insgesamt 442 Euro. Da jede dieser Kinderbibeln zwei Euro kostet, wurden also 221 Bibel finanziert.

Informationen zur Aktion
"Schickt mir eine Kinderbibel":
Kirche in Not / Ostpriesterhilfe,
Albert-Roßhaupter-Straße 16,
81369 München,
Tel. (0 89) 7 60 70 55.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 28 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 11.07.2003

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