Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Dresden-Meißen

Ein glückliches Leben führen

Nuntius bei Festwoche zum 30-jährigen Bestehen der Behinderteneinrichtungen in St. Marienstern

Panschwitz-Kuckau (jak) -"Heilsgeschichte ist nicht nur Vergangenheit, Heilsgeschichte findet auch heute statt -in der Eucharistie und in der Begegnung unter den Menschen", dies betonte Äbtissin Schwester M. Benedicta Waurick beim Festakt zum 30-jährigen Bestehen der Behinderteneinrichtungen im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau. Weiter sagte die Äbtissin, dass in einer Zeit wo scheinbar nur die Besten und Schnellsten zählen, die Behinderten nicht vergessen werden sollen. Gott schaut zuerst in das Herz. Sie erinnerte dabei an die Erwählung König Davids, der klein war und schwach schien. "In jedem unserer Behinderten sehen wir einen kleinen König David", meinte Benedicta Waurick weiter. Abschließend dankte die Äbtissin allen, die die Arbeit mit den Behinderten unterstützen, sich selbst einbrachten oder noch immer einbringen. Besonders dankte sie dem Apostolischen Nuntius für Deutschland, Erzbischof Giovanni Lajolo, und Bischof Joachim Reinelt für ihr Kommen. Nuntius Lajolo machte deutlich, dass sein Kommen auch ein Zeichen für die Verbundenheit von Papst Johannes Paul II. mit dem Schwestern, den Mitarbeitern und den Behinderten ist.

Liebe bereichert den, der sie schenkt

Mit einer Festwoche vom 30. Juni bis 5. Juli feierten die Behinderteneinrichtungen im Kloster St. Marienstern ihr 30-jähriges Bestehen. Höhepunkt der Festwoche war ein feierlicher Gottesdienst mit Erzbischof Giovanni Lajolo und Bischof Joachim Reinelt am 1. Juli, der von den Behinderten und den Schwestern mitgestaltet wurde. In seiner Predigt erinnerte der Nuntius daran, dass es der Wunsch Jesu ist, dass "wir unsere ganze Aufmerksamkeit den geringsten unserer Brüder zuwenden". Ergänzend betonte Lajolo, dass Gott dem Menschen hilft, er will ihn aber auch als Mitwirkenden. Und das Wort, dass derjenige, der sich Gott anvertraut, nicht zuschanden wird, dürfe nicht zur Passivität führen. Wenn Menschen "willige Werkzeuge der Vorsehung Gottes werden, dann empfangen sie viel mehr als sie geben, meinte der Apostolische Nuntius weiter. Eine Erfahrung, die die Mariensterner Zisterzienserinnen und ihre Mitarbeiter immer wieder machten. Der Nuntius brachte es in die Worte: "Liebe bereichert den, der sie schenkt. Die Behinderten geben ein Lächeln, eine Zärtlichkeit, sie können den Himmel über unseren Herzen öffnen."

Nach dem festlichen Gottesdienst hatten die Schwestern in den Roten Saal des Klosters zu einem kleinen Festakt eingeladen. Zu Wort kamen unter anderem Bischof Joachim Reinelt, Staatsminister Stanislaw Tillich und Diözesancaritasdirektor Horst Kutschke. Letzterer apellierte an die Politik, die Behinderten nicht zu vergessen. Bischof Joachim Reinelt betonte, dass die in Marienstern geleistete Arbeit zeige, was für ein glückliches Leben behinderte Mitmenschen führen können. Der Bischof entwarf weiter das Bild einer Brücke zwischen denjenigen, die sich im Kloster ganz unter die Fügung Gottes gestellt haben, und denjenigen, die Hilfe zum Leben brauchen.

Ministerpräsident als Schirmherr der Festwoche

Ein weiterer Höhepunkt der Festwoche war eine Tagung zur fachliche Ausrichtung der Behindertenarbeit im Kloster St. Marienstern, insbesondere bezogen auf Schwerstmehrfachbehinderte. Der 2. Juli schließlich stand ganz im Zeichen der Behinderten selbst, dabei wurde auch das eigens zusammengestellten Jubiläumsvideos vorgestellt. Den Mitarbeitern und Ehemaligen wurde mit eigenen Veranstaltungen für ihr Engagement gedankt. Abgeschlossen wurde die Festwoche mit einem Sommerfest am 5. Juli. Die Schirmherrschaft der Festwoche im Kloster St. Marienstern, die sich in das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderung 2003 einfügt, hatte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt übernommen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 28 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 11.07.2003

Aktuelle Buchtipps