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Bistum Magdeburg

Gelebten Glauben publik gemacht

Kirche beim Sachsen-Anhalt-Tag / Engagement im Sinne des Pastoralen Zukunftsgesprächs

Boten Kostproben aus ihrem durchaus anspruchsvollen Repertoire: Das Folklore-Oktett der Kolpingfamilie aus dem litauischen Moletai

Burg (ep) -Unter aktiver Beteiligung der im Bundesland vertretenen großen Kirchen fand am vergangenen Wochenende in Burg der diesjährige Sachsen- Anhalt-Tag statt. In einem ökumenischen Kirchendorf entlang der Franzosenstraße präsentierten sich kirchliche Initiativen, Einrichtungen und Verbände.

Katholischerseits war zum Beispiel die Burger Kolpingsfamilie im Namen von Kolpingwerk und Kolpingbildungswerk des Bistums mit einem großen Stand vertreten. Vor allem ein aufgebauter Solarkocher, wie er inzwischen in Ländern Afrikas und Lateinamerikas verwendet wird, stieß auf Interesse der vielen Passanten. "Wir wollen damit auf das Engagement des Kolpingwerkes für die Armen und für einen nachhaltigen Umweltschutz aufmerksam machen", so Matthias Cisek von der Burger Kolpingsfamilie. Auf der Marktbühne des Kirchendorfes gab das Folklore-Oktett aus Moletai Kostproben seines Könnens. Die Kolpingsfamilie Burg unterhält rege Kontakte zur Kolpingsfamilie im litauischen Moletai und hatte das Oktett eingeladen. Ebenfalls auf der Kirchenmeile vertreten war die Burger Gruppe von Netzwerk Leben, der zwölf Frauen und Männer angehören. "Die Unterstützung von Frauen und Familien mit Kindern in Not reicht bei uns von der Baby-Erstausstattung über Lebensberatung bis zur Bügelhilfe", so Gisela Kliche.

Aber auch die Diözesan-Caritas informierte an einem Stand. Die vietnamesische Frauentanzgruppe "Pfirsichblüte"und die afrikanische Trommlergruppe Amahoro trugen zum kulturellen Programm auf den großen Bühnen bei. Vertreter der katholischen und evangelischen Erwachsenenbildung luden im Jahr der Bibel zu einem Besuch in ein ökumenisches Bibelzelt ein. Obwohl es gar nicht so einfach zu lösen war (die Fragen standen an einer großen Tafel), ließen sich etliche Passanten zur Teilnahme an einem Bibelquiz einladen.

Bereits am Vorabend hatte in der katholischen Kirche der Eröffnungsgottesdienst des Sachsen- Anhalt-Tages stattgefunden, an dem unter anderem Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) teilnahm. Für Familien gab es am Samstag-Mittag einem Gottesdienst mit Clown Leo und dem Kinderchor der evangelischen Paulus-Gemeinde Halle. Die christlichen jungen Leute versammelten sich am Samstagabend zu einen Jugendgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche. Anschließend waren sie zum Übernachten eingeladen.

Eigens zum Sachsen-Anhalt- Tag hatten die Gemeinde und ihr Pfarrer eine Kreuzweg-Ausstellung koonzipiert, die zum Innehalten und Nachdenken anregen wollte. Am Samstagnachmittag waren zudem Interessierte und Fußmüde zu Texten und Orgelimprovisationen zu den Kirchenfenstern des Gotteshauses eingeladen. Sie zeigen Themen der Apokalypse. Parallel zu der Veranstaltung in der Kirche bot der katholische Kindergarten Kindern an, Geschichten des Bücherwurms Fridolin anzuhören. Leider wurde nicht ein einziges Kind zu der auch im großen Programmheft ausgedruckten Angebot gebracht. Vor der Kirche hatte auf Bitten der Gemeinde das Gut Glüsig einen Verkaufsstand mit Öko-Produkten aufgestellt.

Insgesamt hatten sich die katholischen und evangelischen Burger Christen einschließlich ihrer Pfarrer viel Mühe gemacht, eine ansehnliche Präsenz der Kirchen beim Sachsen-Anhalt- Tag zustande zu bringen. Damit demonstrierten sie, wie es möglich ist, auch in nichtchristlicher Umwelt vom Leben in den Gemeinden und vom Glauben an Gott zu berichten, wozu auch das Pastorale Zukunftsgespräch im Bistum Magdeburg ausdrücklich ermutigt. Unterstützt wurden sie dabei von den beiden Hauptverantwortlichen der großen Kirchen für den Sachsen-Anhalt- Tag, Stephan Rether und Berthold Saalow, sowie von zahlreichen Initiativen, Verbänden und Einrichtungen im Land.

Schade, dass es nicht auch einen Stand des Bistums oder / und des Pastoralen Zukunftsgesprächs gab. Vielleicht hätte der eine oder andere der vielen Besucher mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen, wie sich die katholische Kirche im Land müht, um Gottes und der Menschen willen noch glaubhafter und verständlicher Kirche zu sein.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 08.07.2003

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