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Bistum Görlitz

"Gott ist ein löwenstarker Freund"

Kinder-Bibel-Tage in Neuhausen / Eines der Themen: Wo falle ich heute als Christ auf?

Haben viel Spaß beim Basteln und Malen: Zwei Mädchen verzieren ihr T-Shirt mit dem Schriftzug 'Gott ist ein löwenstarker Freund'.

Neuhausen (mim) -Bunt und fröhlich geht es im Atrium zu, einem Teil des Don-Bosco-Hauses in Neuhausen. Seelsorgeamt und Jugendseelsorge haben alle Kinder aus dem Bistum zu "Kinder- Bibel-Tagen" eingeladen. Überall stehen Farben und Pinsel auf den Tischen. Mädchen und Jungen sitzen auf den Bänken und bemalen eifrig ihre mitgebrachten T-Shirts. Einen großen Löwen und einen Mann pinseln sie auf jedes Shirt. Auf die Rückseite schreiben sie in großen Buchstaben "Gott ist ein löwenstarker Freund".

Die Geschichte von Daniel in der Löwengrube

"Das ist Daniel aus der Bibel", sagt der neunjährige Manuel aus Weißwasser und zeigt auf den blauen Mann, den er gerade gemalt hat. Nur mit dem Löwen ist er nicht so recht einverstanden. "Ich bin nicht so gut im Malen", sagt er. Umso besser hat er aber zugehört, als Bernadette Rausch vom Seelsorgeamt zu Beginn des Tages die Geschichte von Daniel in der Löwengrube (Buch Daniel, Kapitel 6) erzählte. "Weil Daniel nicht aufhören wollte zu Gott zu beten, wurde er in die Löwengrube geworfen", sprudelt es nun aus dem Neunjährigen heraus. "Doch Gott blieb bei ihm. So hat ihn der Löwe nicht gefressen, und Gott hat Daniel gerettet." "Wir haben uns für diesen Tag das Buch Daniel ausgesucht, weil Daniel ein eher unbekannter Prophet ist", erklärt Frau Rausch.

Die Zusammenarbeit mit der Jugendseelsorge ist sozusagen eine Premiere. "Da es in unserem Bistum keine Kinderseelsorge gibt, haben wir uns mit der Jugendseelsorge zusammengetan", erklärt Frau Rausch. "So konnten wir mit den Kinder-Bibel- Tagen dennoch ein Angebot für Kinder ab zehn Jahren im Jahr der Bibel schaffen."

Und den 25 Jungen und Mädchen scheinen die Tage mächtig Spaß zu machen. "In Neuhausen ist es sowieso immer schön", sagt der elfjährige Phillip. "Aber auch die Bibelthemen machen Spaß, denn so kann ich mehr über Gott lernen, wenn mich Freunde einmal fragen, an wen ich da eigentlich glaube."

Dass sie des öfteren Fragen ihrer Mitschüler beantworten müssen, machen die Mädchen und Jungen in einer Gruppenarbeit deutlich. Sie haben die Aufgabe, Situationen vorzuspielen, in denen sie im alltäglichen Leben als Christ auffallen. "Denn auch Daniel gehörte vor über 2600 Jahren zu einer Minderheit von Menschen, die an Gott glaubten und zu ihm beteten", stellt Bernadette Rausch den Bezug zum Tagesthema her.

Alltägliche Erfahrungen der jungen Christen

So zeigen die Kinder in kleinen Spielstücken die unterschiedlichsten Situationen vom Tischgebet über den Religionsunterricht bis zur Palmsonntagsprozession. Eine Gruppe führt eine Unterhaltung auf dem Schulhof vor: "Wollen wir am Sonntag schwimmen gehen?", fragt ein Mädchen. "Ich gehe am Sonntag mit meiner Familie in die Kirche", antwortet ein Junge. "Ist das nicht langweilig? Was machst du denn da überhaupt?" -"Ich bete zu Gott", sagt er. "Aber Gott gibt es doch gar nicht", sagt das Mädchen und zieht lachend mit ihren Freundinnen weiter. Der Junge bleibt allein zurück.

"Solche oder ähnliche Situationen kennen wir", sagen die anderen Kinder einstimmig. Doch für sie gibt es keinen Zweifel: "Gott gibt es. Und Gott ist ein löwenstarker Freund." Gern würden sie noch öfter zu solchen Angeboten für Kinder aus dem ganzen Bistum kommen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 21 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 01.07.2003

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