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Bistum Dresden-Meißen

Ein Thema: Grundsicherung

Begegnungstag: Caritas und Caritas-Sozial-Werk luden ein

Zwickau (gf) -Beim Begegnungstag der Caritas und des Caritas-Sozial-Werkes konnte Ilona Juraschek am Sonnabend vor Himmelfahrt auch eine Familie aus Plauen in den Mauritius- Werkstätten begrüßen. Monika Ebersbach hatte sich mit ihrem Sohn auf den Weg nach Zwickau gemacht. Die Fahrt hat sich gelohnt, stand bereits beim Mittagessen fest: "Mit anderen Betroffenen über die eigenen Probleme reden, das gibt es auch in Plauen. In Zwickau war eine kompetente Person zu Gast, die Auskunft gegeben hat. Das finde ich gut. Ich komme nächstes Jahr wieder."

Der Experte hieß in diesem Jahr Steffen Bauer. Er ist im Landratsamt Zwickauer Land für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zuständig. Diese Leistung als Alternative zur Sozialhilfe geben die Ämter erst seit diesem Jahr aus. Deshalb stand das Thema auf der Wunschliste der Teilnehmer ganz oben. Das Fazit nach fünf Monaten fiel ernüchternd aus. Steffen Bauer schätzte, "dass etwa 80 bis 90 Prozent der Personen, die Ende 2002 von den Rentenversicherungen wegen der Grundsicherung angeschrieben wurden, diese Leistung letztlich nicht erhalten."

Grundsicherung und Sozialhilfe

Warum die Sozialämter viele Anträge ablehnen müssen, erklärte der Fachdienstleiter mit Hilfe eines entsprechenden Formulars und anhand eines Beispiels aus der Runde. Das Einkommen der Eltern oder Kinder spielt dort nur dann eine Rolle, wenn es 100 000 Euro überschreitet. Darin unterscheidet sich die Grundsicherung von der Sozialhilfe. Eigenes Einkommen und Vermögen werden hingegen abgefragt und berücksichtigt.

Im konkreten Fall sah es so aus, dass der Bedarf des jungen Mannes zum Lebensunterhalt bei 510 Euro lag. Dem stand aber ein Einkommen von rund 620 Euro gegenüber, weil er eine Rente wegen dauerhafter Erwerbsminderung erhält und in einer Behinderten-Werkstatt noch etwas Geld verdient. "Ein Antrag wäre sinnlos", das war der Mutter war bereits vorher klar, "wir hatten das schon in Gesprächen mit dem Sozialamt erfahren, dass wir die Gelackmeierten sind."

Während sich die Eltern über das Grundsicherungsgesetz informierten, bastelten die Kinder in den Räumen der Mauritius- Werkstätten oder spielten. Neben selbst gemachten Grußkarten oder Duftsäckchen nahm jeder nach dem Gottesdienst und dem Kaffeetrinken noch eine gelbe Rose mit nach Hause. Caritas- Mitarbeiterin Ilona Juraschek hatte schon zur Begrüßung eine große Vase in den Händen gehalten und den Grund genannt: "Wir feiern heute alle den zehnten Geburtstag des Begegnungstages als gemeinsame Aktion von Caritas-Sozial-Werk und Caritas."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 01.07.2003

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