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Bistum Görlitz

Griechisches Flair mitten in Neuhausen

Lydia-Fest: Rund 70 Frauen kamen zum Fest zu Ehren der ersten Christin Europas

Zur Begrüßung: Frauen in griechischen Gewändern empfingen die Gäste bereits am Eingang mit Köstlichkeiten.

Neuhausen (ks) -Buntes Treiben herrschte am 14. Juni auf dem Gelände des Don-Bosco- Hauses in Neuhausen: Die Frauen des Bistums waren eingeladen, miteinander das Lydiafest zu feiern. "Ein Lydiafest gab es noch nie. Warum nicht ein solches erfinden?", so die Idee zum Jahr der Bibel. Lydia ist die erste in der Schrift erwähnte griechische -und damit europäische -Christin. Zwar sind ihr nur wenige Verse gewidmet (Apg 16, 11), doch diese sind von solcher Aussagekraft, dass es sich lohnt, sie als Ausgangspunkt zu nehmen, um mit Frauen der heutigen Zeit über die frühen Christinnen nachzudenken.

Für die Vorbereitung dieses Tages waren die Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) aus den vier Gliederungen des Bistums, Eisenhüttenstadt, Finsterwalde, Großräschen und Cottbus zuständig. So wurden die rund 70 Gäste aus 18 Gemeinden bereits am Eingang von einer Dame in altgriechischer Kleidung begrüßt, als hätte Lydia persönlich zu diesem Fest geladen. Liebevoll waren die Räume des Bildungshauses geschmückt. Überall entdeckte man kleine oder größere Accessoires, die an das antike Griechenland erinnerten.

Zur Einführung gab es ein kleines Spiel mit verteilten Rollen: Lydia stellt sich und die Lebensumstände in Philippi vor. Die authentischen Worte der Apostelgeschichte waren Grundlage des Spiels und führten zum zentralen Tun des Tages: zur Schriftlesung.

In kleinen Gesprächsgruppen befassten sich die Frauen mit Bibelstellen zum Thema "Gastfreundschaft", "Zwischenfall" und "Freunde". Erstaunlich dabei war, zu welch vielschichtigen Gedankengängen die Schriftlesungen anregten. Da wurden Parallelen zur eigenen Gemeinde, zu sozialen Problemen der heutigen Zeit, oder zur Ausländerfeindlichkeit gezogen.

Auch das Mittagsessen hatte griechischen Charakter: Gyros, Salate, Schafskäse, Wein. In der anschließenden "Siesta" hatten die Gäste die Gelegenheit, griechischen Traditionen nachzugehen: Griechische Tänze, Filzen von Schafswolle oder Weben stand auf dem Programm. Alle waren aufgefordert, in einen Webrahmen einen Faden einzubinden als Ausdruck: Wir sind heute eine Gemeinschaft und sind mit dem "Ganzen verwoben".

Beim Abschlussgottesdienst wurde in Fürbitten die Erfahrung, die die Teilnehmerinnen mit Lydia gemacht hatten, zusammengefasst: Lydia, die Türen öffnet; Türen im Haus und Türen des Herzens; lass auch uns Türen öffnen. Lydia, die in der Familie und in ihrem Umfeld für Heimat, Harmonie und Wohlbefinden sorgt; auch uns liegt eine gute Atmosphäre am Herzen.

Hinweis: Ein Buch über Lydia, die Purpurhändlerin ist im St. Benno Verlag erschienen.
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 26 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 26.06.2003

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