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Bistum Erfurt

Auf Kolping ist immer Verlass

Die Kolpingsfamilie in Nordhausen feierte ihr 100-jähriges Bestehen

Lebendige Gemeinschaft: Mitglieder der Kolpingsfamilie lesen beim Festgottesdienst die Fürbitten vor.

Nordhausen -"Meine Erfahrungen: Sie waren immer da. Ich brauchte nie zweimal zu bitten." So beschreibt der ehemalige Präses der Nordhäuser Kolpingsfamilie, Pfarrer Arno Wand, die Frauen und Männer des traditionsreichen Gesellenvereins. Und der hatte am 24. und 25. Mai allen Grund zum Feiern: Kolping gibt es in Nordhausen seit 100 Jahren. Der Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, Heinz Schemken, war zu Gast, frühere Präsides wie Arno Wand, Prälat Bertholdt Richardt sowie Pfarrer Lehnert feierten mit Pfarrer Wolfgang Ipoldt den Festgottesdienst.

Rund 120 Gäste aus 19 befreundeten Kolpingsfamilien wie Berlin-Kaulsdorf, aus Hasselfeld, aus Hilden im Rheinland und aus Rhumspringe haben sich ebenfalls zum Jubiläum nach Nordhausen aufgemacht -Gelegenheit zur persönlichen Begegnung, zum Wiedersehen, aber vor allem: Zum Feiern.

Treue, Verlässlichkeit und soziales Engagement. Das ist es, was auch die Nordhäuser Kolpingsfamilie in ihrer Geschichte ausgezeichnet hat. Und die hatte Höhen und Tiefen: Viele Opfer verlangte der Erste Weltkrieg, die Zahl der Mitglieder sank durch die Kriegswirren auf sechs. Kaum hatte sich der Verein erholt, forderte der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg einen weit größeren Tribut. Die Stadt war zu 75 Prozent zerstört, der Dom schwer beschädigt, zahlreich die Opfer -und der Kolping-Verein war offiziell verboten. Mit Zuversicht und ganz persönlichem Einsatz ging auch die Kolpingsfamilie daran, das Gemeindeleben mit aufzubauen, materielle Schäden zu beheben und erste Neuanschaffungen für den Dom zu unterstützen. 1959 konnte der Saal der Kapitelshauses eingeweiht werden -und 1962 hatten es die Kolpinger gar geschafft, dem Dom das volle Geläut zurückzugeben. Beim Wiederaufbau des Steildaches des Domes 1964 packten die Kolpingbrüder ebenfalls ordentlich mit an. Heute sind die Kolpingmitglieder in vielfältiger Weise aktiv: Unzählige Arbeitseinsätze in der Gemeinde, Mitarbeit in Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat oder Unterstützung der Rumänienhilfe sind nur einige Beispiele.

Einen Brückenschlag von den Anfängen als Gesellenverein zu Kolping als modernen Sozialverband unternahm der Bundesvorsitzende Heinz Schemken in seinem Festvortrag. Angesichts der sozialen Probleme heute stehe der Verband vor großen Herausforderungen.

Carla Buhl / tdh

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 26 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 26.06.2003

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