Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Erfurt

In der Not muss es einen Ausweg geben

Caritasverband im Bistum Erfurt weist Kritik an der "Babyklappe" zurück

Erfurt (as) -Der Diözesan-Caritasdirektor im Bistum Erfurt, Bruno Heller, hat Kritik an der Einrichtung der so genannten Babyklappe zurückgewiesen. Mit der Babyklappe werde ein wichtiger Dienst an Frauen und Müttern in Not geleistet, so Heller in einer in der vergangenen Woche in Erfurt veröffentlichten Stellungnahme. Sozialpolitiker wie die Leiterin des Berliner Landesjugendamtes, Ulrike Herpich- Behrens, hatten laut Pressemeldungen die Einrichtung als "verfassungswidrig" bezeichnet, da sie gegen das Recht des Kindes auf Fürsorge und Unterhalt durch die Eltern verstoße. Zudem rette das Angebot kein Leben, sondern schaffe einen zusätzlichen Bedarf für Frauen, die sonst ihr Kind zur Adoption oder zur Pflege freigeben würden.

"Wenn ein Kind unterwegs ist ist und eine Frau sich -geal aus welchen Gründen -in großer Not befindet und nicht weiß, wohin, soll diese Situation nicht zur Verzweiflungstat führen", entgegnet Bruno Heller. So zeige die Erfurter Caritas-Initiative "Ausweg -Hilfe für Schwangere und werdende Mütter in Not", dass Frauen in entsprechenden Situationen wirksam geholfen werden konnte.

Zu dem Projekt, das die Erfurter Caritas vor knapp zwei Jahren mit den Grauen Schwestern angestoßen hat, gehören die Möglichkeit der anonymen Geburt in allen Thüringer Kliniken sowie die Babykörbe am Heliosklinikum in Erfurt und am St. Georgsklinikum in Eisenach. Dazu zählt auch die Möglichkeit des anonymen Wohnens, die Vermittlung Betroffener über den Freistaat hinaus und eine kostenlose Notruf-Hotline.

Nach den Worten Hellers ist somit ein Netzwerk entstanden, das besonders auch den Kindern Schutz bietet. Eine enge Zusammenarbeit bestünde zwischen Beratungsstellen, Caritasdiensten und Jugendämtern. "Wichtig", so Heller, "ist die Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten." So gebe es im Freistaat Thüringen auch im Bereich der Vormundschaft und der Vermittlung in Pflege- und Adoptionsfamilien keine Probleme.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 23.06.2003

Aktuelle Buchtipps