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Bistum Magdeburg

"Gemeinsam vom lieben Gott erzählen"

In Dessau-Süd bestehen seit 40 Jahren gute ökumenische Beziehungen / Mehr Infos beim Kirchentag

Die Bibel im Mittelpunkt eines ökumenischen Seniorennachmittages: Paulus selbst (Bildmitte Schwester Carmel) berichtet von seinem Verkündigungsdienst.

Dessau-Süd (ep) -Regelmäßige ökumenische Kontakte sind in Dessau-Süd seit Jahrzehnten selbstverständlich. Dies wird beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin im Begegnungszentrum Agora am Stand Sachsen- Anhalts deutlich werden. "Nach einem Zeitungsbericht von 1980 haben die katholische Dreieinigkeits- Gemeinde, die evangelische Kreuz-Gemeinde, die evangelische St.-Peter-Gemeinde in Törten und die evangelisch-methodistische Gemeinde bereits 1965 Kontakte gepflegt", sagt die erst nach der Wende in die katholische Gemeinde gekommene Schwester Carmel Eberius. Gemeindemitglied Günter Hübner kann sich selbst bis etwa 1970 an derartige Kontakte zurückerinnern. "Ich habe damals selbst mit gemeinsame Kindernachmittage vorbereitet", sagt der 70-jährige Vater von sechs Kindern. Es sei zuallererst wohl eine "günstige Konstellation zwischen den Amtsträgern" gewesen, die die guten ökumenischen Kontakte ermöglichte. Hinzu komme, dass Dessau-Süd ein relativ klar überschaubares Gebiet sei. "Eine Frucht der langen ökumenischen Kontakte ist, dass wir Christen uns gut kennen", sagt Hübner.

Gute Bekannte: Die Christen in Dessau-Süd

Heute gehören ökumenische Bibelwoche, Weltgebetstag der Frauen, gemeinsame Seniorennachmittage, Kindertage, Gesprächsabende und Gottesdienste selbstverständlich zum Gemeindeleben, berichtet Schwester Carmel. Regelmäßig kämen auch Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Gemeindekirchenräte zusammen.

Anlässlich des Bibeljahres fand im Februar in der Dreieinigkeits- Gemeinde eine gemeinsame Bibel-Entdeckertour statt. In verschiedene Altersgruppen geteilt lernten die Mädchen und Jungen dabei die Heilige Schrift näher kennen. Einige der Kinder berichteten dann beim landesweiten Eröffnungsgottesdienst zum Jahr der Bibel in der Dessauer Georgen-Kirche darüber.

Bei einem ökumenischen Seniorennachmittag trat kürzlich der heilige Paulus (Schwester Carmel) auf, um den Teilnehmern von seinem Engagement für das Evangelium zu berichten. Aber auch in früheren Jahren standen biblische Themen im Mittelpunkt ökumenischer Veranstaltungen. "Beim Kinderkirchentag in Dessau-Süd 2001 ging es zum Beispiel um Abraham", sagt Schwester Carmel.

Immer wieder hat es auch gemeinsame thematische Gemeindeseminare gegeben, so zum Beispiel 1986 unter der Überschrift "Ökumene, für uns ein Reizwort -und für Sie?" (drei Abende), 1991 zum Thema "Leben, um zu arbeiten?" (drei Abende) oder 1997 ein Bibelseminar zum Markusevangelium (wieder drei Abende).

Im Schaukasten auch Infos der Schwestergemeinden

"Selbstverständlich ist auch", so Schwester Carmel, "dass in den Schaukästen unserer Gemeinde, an denen viele Passanten vorbei gehen, auch Informationen zu Veranstaltungen der evangelischen Schwestergemeinden zu finden sind. Und wenn die katholische St.-Marien-Gemeinde wieder einen Hilfstransport nach Königsberg schickt, spenden auch evangelische Mitchristen dafür.

Für Günter Hübner und Schwester Carmel ist klar: "Wenn wir Nichtchristen vom lieben Gott erzählen wollen, können wir das nicht getrennt machen. Wir müssen gemeinsam das Evangelium bezeugen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 22 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 18.06.2003

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