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Bistum Görlitz

Religiöse Anregungen und Erholung

Elf Mütter und 21 Kinder machten die Mutter-Kind-Woche in Jauernick bunt und lebendig

Eine ganz besondere Attraktion: Der große Walfisch wurde schnell zu einem Spielzeug für die Kleinen.

Jauernick (mim) -Turbulent geht es in den Räumen des St.- Wenzeslaus-Stifts in Jauernick zu: Hier einige Kisten mit Bauklötzen, Autos und Malstiften, dort eine Tasche mit Wickelsachen. Mittendrin elf Mütter mit insgesamt 21 Kleinkindern -alle im Alter zwischen einem halben und sechs Jahren. Zusammen mit ihren kleinen Sprößlingen nehmen die Mütter an der "Mutter- Kind-Woche" vom 12. bis 16. Mai teil. Seit über sechs Jahren lädt das Seelsorgeamt Mütter aus dem Bistum nach Jauernick ein: "Kontakte, religiöse Anregungen und Erholung für sich und ihre Kinder", stehen dann dort auf dem Programm. Die Resonanz ist mittlerweile so groß, dass die Freizeit gleich zweimal -im Mai und im Juni -angeboten wird. "Und beide Termine sind komplett belegt", freut sich Bernadette Rausch vom Seelsorgeamt.

Gemeinsam mit der Erzieherin und Religionslehrerin Mechthild Masson ist Frau Rausch für die thematische Gestaltung der Tage verantwortlich. "Meist haben wir einen Arbeitstitel für die ganze Woche", erklärt Frau Rausch. "In diesem Jahr ist das die Geschichte von Jona und dem Walfisch."

Ein dicker Walfisch zu Gast im Kinderzimmer

So ist es auch ein ganz besonderer Walfisch, der gleich zu Beginn die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zieht: Über zwei Meter lang ist er. Mit einem großen Maul, durch das die Kinder hinein krabbeln können. "Da können sie selbst einmal ausprobieren, wie Jona sich im Bauch des Walfisches gefühlt haben muss", sagt Mechthild Masson. "So bleibt ihnen die Geschichte viel besser in Erinnerung." Ganz vorsichtig hätten die Kleinen zunächst das riesengroße Stofftier ertastet, seien nur langsam in seine Nähe gegangen. "Die Angst hatten sie aber schnell vergessen. Jetzt spielen sie gern damit", sagt Frau Masson.

Angst war auch eines der Themen, mit denen sich die Mütter befassten. Ebenfalls in Anlehung an das Buch Jona trugen sie Situationen zusammen, die Angst machen. "In Angstsituationen kann der Glaube sehr wichtig sein", erklärt Frau Rausch den Müttern. "Allein die Gewissheit, da ist einer und der lässt mich nicht allein, kann schon hilfreich sein."

Gerade diese Verbindung von alltäglichen Situationen und religiösen Aspekten gefällt Kathrin Dähne (29) besonders an den Mutter-Kind Wochen. Die Mutter zweier Kinder ist bereits zum dritten Mal in Jauernick dabei. "Hier bekomme ich immer wieder Anregungen, Dinge aus einer anderen Sicht zu sehen", sagt die 29-Jährige, die sich erst vor ein paar Jahren taufen ließ.

Auch Mütter, die nicht religiös erzogen wurden, kommen gern zu den Mutter-Kind-Wochen. So etwa Gitta Winzer aus Wittichenau: "Die kirchlichen Themen schrecken mich keineswegs ab", sagt sie. Frau Rausch sieht in diesen Wochenenden auch für konfessionslose Mütter "eine Chance, etwas von Gott zu erfahren und ihren Kindern davon zu erzählen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 22 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 18.06.2003

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