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Bistum Dresden-Meißen

Aufeinander Rücksicht nehmen

Ein Angebot des "PLATZ Don-Bosco-Jugendhauses" zur Konfliktbewältigung für Schüler

Vor Ort: Susanne Merkwitz,(vierte von rechts) und Matthias Hendel(zweiter von rechts) bei einer Beratung der Schülersprecher zum Aufbau einer Streitschlichtergruppe in der St. Michaeliser Einrichtung.

Brand-Erbisdorf / St. Michaelis (hir) -In einem ehemaligen Klassenzimmer im Förderschulzentrum "Clemens Winkler" Brand-Erbisdorf in St. Michaelis treffen sich die Schülersprecher der Klassen der Einrichtung mit zwei Schulsozialarbeitern aus dem PLATZ-Don-Bosco-Jugendhaus Flöha, um über den Aufbau einer Streitschlichtergruppe zu beraten. Schon allein das alte Klassenzimmer hat kaum noch Schulatmosphäre, sodass die Schüler bei den hier stattfindenden Gesprächen den oft genug stressigen Schulalltag weitgehendst hinter sich lassen.

"In unserer Einrichtung lernen 180 Schülerinnen und Schüler nach einem Lernprogramm, welches Schüler, Eltern und Pädagogen gemeinsam erarbeitet haben. Wir haben das gemeinsame Ziel, unsere Schule nicht zu einem Ort zu gestalten, an der der erhobene Zeigefinger und nur die Theorie regieren, sondern es soll eine Schule mit Leben, für das Leben sein. Vor allem aber sollen sich die Schüler hier wohlfühlen. Bei unserer Schulgröße eine nicht immer leichte Aufgabe. Denn hinter den 180 Schülern stecken 180 verschiedene Charaktere, die alle auf ihre Art angenommen werden wollen. Dies erfordert nicht nur ein gewaltiges Stück Bildungs- und Erziehungsarbeit seitens der Pädagogen, sondern es muss eine enge Zusammenarbeit von Eltern, Schule und Jugendamt einsetzen", so Dorothea Rudolph, Schulleiterin des Förderschulzentrums "Clemens Winkler" Brand-Erbisdorf in St. Michaelis. Das Jugendamt des Landkreises Freiberg hat sich dafür eingesetzt, dass bei der Umsetzung des Lehrprogrammes sowie bei der Bewältigung alltäglicher und schulischer Probleme, zwei Schulsozialarbeiter Hilfe und Unterstützung geben. In der Region Brand- Erbisdorf ist die St. Michaeliser Einrichtung die einzige Schule, die nach diesen praktischen Gesichtspunkten arbeitet. So wirken Matthias Hendel und Susanne Merkwitz, beide Diplomsozialpädagogen des PLATZ-Don-Bosco-Jugendhauses Flöha, seit Januar am Förderschulzentrum. Beide sind Personen mit Autorität. Gebrauchen diese aber so, dass sie als erfahrene Kameraden angesehen werden. Nach wenigen Worten bieten sie keine fertigen Lösungen an, sondern hören zu. Erst dann geben sie Unterstützung und bieten Hilfe bei Problemen und Ärger an, und vermitteln bei Streitereien.

Jeder Schüler wird dabei als Persönlichkeit akzeptiert. So findet jede Woche für zwei Stunden ein Konfliktlösungskurs statt. Mit zehn Schülern treffen sich die beiden Sozialpädagogen im Wald und stellen ihnen dort verschiedene Aufgaben. Dabei sind die Schüler aufeinander angewiesen und müssen sich absprechen. So lernen sie, sich zu achten und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Außerdem wird bei den gemeinsamen Erlebnissen der Zusammenhalt gefördert. So konnte beispielsweise an einem Wochenende die Gemeinschaft auf die Probe gestellt werden: Gemeinsam verbrachte man drei Tage im Jugendhaus PLATZ in Flöha, welches sich in Trägerschaft der Salesianer Don Boscos befindet. Neben Erlebnissen im Wald und auf dem Wasser, waren auch Aufgaben der gemeinsamen Essensbereitung zu bewältigen. Diese Art der Hilfe kommt an, und auch die beiden Schulsozialarbeiter freuen sich über erste kleine Erfolge.

Kontakt:
Matthias Hendel und Susanne Merkwitz, die beiden
Diplomsozialpädagogen, sind an den Schultagen,
außer mittwochs, in der Zeit von 8 bis 13 Uhr, unter
(03 73 22) 5 03 91
telefonisch zu erreichen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 23 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 16.06.2003

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