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Aus der Region

BSE spielt keine Rolle mehr

Das Caritas-Gut Glüsig hat es nicht einfach, seine Bio-Produkte zu verkaufen

Frühlingsfest auf dem Caritas-Bauernhof: Im Gut Glüsig gab es zum Frühlingsfest viel zu erleben -beispielsweise alte Traktoren und Bulldozer.

Gut Glüsig (mh) -Hans Könecke hat Grund zur Freude. Die vielen Gäste, die zum Frühlingsfest ins Gut Glüsig gekommen sind, zeigen ihm, "dass es eine vielfältige Verbundenheit mit unserer Einrichtung und ein großes Interesse an unseren Projekten gibt". Seit der Caritasverband für die Stadt Magdeburg, dessen Geschäftsführer Könecke ist, 1992 das ehemalige volkseigene Gut übernommen hat und jetzt hier einen Bio-Bauernhof mit zahlreichen sozialen Projekten verbindet, ist viel geschehen. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Qualifizierungen, Arbeits- und Beschäftigungstherapien, Ausbildungsangebote, soziale Trainingskurse -das sind einige Stichworte für die soziale Arbeit.

"Mit all unseren Angeboten möchten wir der Entsolidarisierung entgegenwirken und ein Beitrag zum Frieden in der Gesellschaft leisten", sagt Könecke.

Er und seine Mitarbeiter stehen dabei mitunter aber auch vor Schwierigkeiten. Eine der größten ist momentan die Vermarktung der Bio-Produkte. 1998 war dazu eine GmbH gegründet worden, die inzwischen keine Fördermittel mehr erhält und ihre Existenz selbst sichern muss.

"Die Situation am Markt ist schwierig", sagt Geschäftsführer Hartmut Seeger. Das Ergebnis im letzten Jahr war negativ. Die Folge waren Entlassungen. Und auch in diesem Jahr war der Start schwierig. Warum? Es gibt viele Antworten: Die BSE-Krise beispielsweise spielt inzwischen beim Kaufverhalten keine Rolle mehr. Dass Bio-Produkte als teuer gelten, war schon zu D-Mark- Zeiten so. Der Euro hat den Eindruck verstärkt. Und schließlich hatte auch der ökologische Landbau seine Skandale.

Für die Gut-Glüsig-GmbH gilt jetzt: "Wir müssen die Vermarktung unserer Produkte beleben", sagt Seeger. Deshalb sucht er nach neuen Möglichkeiten und Marktlücken. Die Produkte können nicht nur im Hofladen gekauft werden. In der Region sind zwei Verkaufwagen unterwegs. Bestellungen per Brief oder übers Internet sind inzwischen möglich.

Ein großes Anliegen ist es Könecke und Seeger, auch die eigenen kirchlichen Einrichtungen als Kunden zu gewinnen. Gar nicht so einfach, denn bei den Caritas-Pflegeeinrichtungen beispielsweise reichen die öffentlich finanzierten Pflegesätze gerade mal, um im Großhandel einzukaufen. Könecke und Seeger hoffen aber, dass wenigstens in einigen Einrichtungen an einigen Tagen im Monat, zu Festen oder besonderen Anlässen Gut-Glüsig-Produkte angeboten werden können. Ein Anliegen, das auch der Magdeburger Bischof Leo Nowak unterstützt. In einem Brief an die Einrichtungen im Bistum schrieb er jetzt: "Das Vorhaben der Erzeugung und Verwertung von Bio-Land-Produkten findet meine Zustimmung, weil in diesem Programm Menschen durch einen festen Arbeitsplatz einen Sinn in ihrem Leben finden können."

Wer sich selbst einmal ein Bild vom Caritas-Gut Glüsig machen will, für den bieten sich folgende Termine an:

24. Mai (Tag des ökologischen Landbaus),
28. Juni (Hoffest),
5. Juli (Johannes-Open-Air),
3. August (Annenwallfahrt),
27. September (Erntedank) und der
17. Dezember (Öko-Weihnachtsmarkt).
Kontaktadresse:
Gut Glüsig,
Dorfstr. 109,
39343 Ackendorf,
OT Glüsig.
Tel. (03 92 02) 5 93 36,
Internet: Gut Glüsig
Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 19 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 08.05.2003

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