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Spezial

Eine Kirche, die wächst

Der Weidendom in Rostock

Weltweit größtes Naturpflanzwerk: Pastorin Alexandra Hector bringt das Altarkreuz in den Weidendom.

Rostock (epd) -Am Eröffnungstag wirkte der Weidendom auf dem Gelände der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) in Rostock noch ein wenig kahl. Weniger Weidenkätzchen, als Ende April üblich, haben sich bislang hervorgewagt. Sie verheißen, dass auch das frische Grün demnächst noch reicher sprießen wird. Die 52 Meter lange und 24 Meter breite, dreischiffige Basilika gilt als das größte lebende Naturpflanzwerk der Welt und war schon vor der IGA-Eröffnung am 25. April zur Attraktion geworden.

Etwa 650 Menschen aus 13 Nationen und im Alter zwischen zehn bis 75 Jahren haben beim Pflanzen und Pflegen der grünen Kirche ehrenamtlich geholfen, sagt Pastorin Alexandra Hector von der Geschäftsstelle "Kirche auf der IGA 2003". Schon beim Tag der offenen Tür auf dem IGA-Gelände im vergangenen Herbst sei der Dom ein Magnet gewesen.

Darum sei zu erwarten, dass 95 Prozent der IGA-Besucher das Bauwerk und den angrenzenden Kinderspielplatz besichtigen werden. An den 171 Ausstellungstagen bis zum 12. Oktober werden auf der IGA bis zu 2,5 Millionen Gäste erwartet.

Mit 240 Veranstaltungen sowie drei Andachten pro Tag wollen die großen christlichen Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern und Nordelbien in das kirchliche Begegnungs- und Veranstaltungszentrum "Weidendom" einladen. Das Projekt lassen sich die Kirchen gut eine halbe Million Euro kosten.

Am 18. Mai ist die erste kirchliche Trauung in der lebenden Kirche vorgesehen. Für Taufen lägen noch keine Anmeldungen vor, sagt Hector. Dabei wäre das durchaus möglich. Denn im "Raum der Stille", der in einer der drei kleinen Kuppeln untergebracht wird, soll neben gotisch anmutendem Chorgestühl auch ein Taufstein aufgestellt werden.

Vor Regen brauchen sich die Gäste nicht zu fürchten. Die drei kleinen Kuppeln, die für mehrere Zwecke genutzt werden sollen, haben eine weiß-milchige Zeltmembrane erhalten. Von außen wurde Weidengeflecht so angebracht, dass die Einbauten fast nicht zu sehen sind.

Anfang April wurde ein schlichter Altar nebst Kerzentisch für Fürbitten sowie ein Lesepult unter der 15 Meter hohen Mittelkuppel aufgestellt. Unter ihr können später bis zu 160 Menschen auf grauen Schalenstühlen Platz nehmen. Außerdem wurde ein weißes Zeltdach eingezogen. Dann brauchen nur noch Fisch, Taube und Kreuz auf die Kuppeln aufgesetzt werden -und der Weidendom ist fertig.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 18 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 02.05.2003

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