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Aus der Region

Lage der Kinder im Irak immer bedrohlicher

Appell der Hilfswerke / US-Truppen haben mit dem Schutz von Kliniken begonnen

Bagdad (kna) - Der Irak ist nach Worten des Apostolischen Nuntius in Bagdad, Erzbischof Fernando Filoni, durch den Krieg völlig zerstört. Der Wiederaufbau werde sehr lange Zeit in Anspruch nehmen, sagte Filoni Ende der vergangenen Woche in Bagdad in einem Telefonat mit der Katholischen Nachrichten-Agentur. Das Wichtigste werde dabei der Wiederaufbau des Bildungssektors sein. Die Lage beschrieb der Nuntius als "sehr gefährlich". Recht und Ordnung seien völlig zusammengebrochen. Die Nuntiatur sei bislang aber nicht angegriffen worden. Allerdings gebe es keinen Strom und die normalen Telefonleitungen seien auch unterbrochen. In den Büros gebe es jedoch Wasser. Zur Lage der christlichen Pfarreien in Bagdad sagte Feloni, es seien keine größeren Schäden gemeldet worden. Während der Bombardements hätten unzählige Menschen in den Kirchen Schutz gefunden.

Die Vereinten Nationen sowie internationale Hilfsorganisationen bewerten die Situation in den Krankenhäusern des Irak weiterhin als katastrophal. Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) erklärte in Genf, auch am Wochenende sei eine medizinische Versorgung in Bagdads Krankenhäusern praktisch nicht möglich gewesen. Wegen der bedrohlichen Lage könnten kaum Hilfsgüter verteilt werden. Weiterhin müssten Menschen leiden und sterben, weil sie nicht versorgt werden könnten. Nach IKRK-Informationen haben US-Truppen allerdings inzwischen begonnen, die Wasserzufuhr zum "Medical City Hospital", einem großen Hospital-Komplex in Bagdad, zu bewachen; auch hier könnten derzeit keine Operationen mehr durchgeführt werden. Ein großes Wasserwerk werde inzwischen durch US-Soldaten geschützt; allerdings müsse eine wichtige Pumpstation, die von Bomben beschädigt worden sei, erst noch repariert werden. Das IKRK hatte zuvor die Amerikaner und Briten aufgefordert, medizinische Einrichtungen und Infrastruktur zu schützen. Dazu seien die Besatzungsarmeen nach internationalem Recht verpflichtet. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef erklärte in Köln, die gesundheitliche Situation der irakischen Kinder werde immer bedrohlicher. Vor allem im Süden des Landes nähmen Durchfallerkrankungen durch verseuchtes Trinkwasser rapide zu. Mediziner befürchteten, dass damit die Zahl der mangelernährten Kinder dramatisch steigen werde. Das Chaos drohe die von Unicef vor dem Krieg aufgebauten Netzwerke zur Gesundheitsversorgung zu zerstören.

Die UN-Kulturorganisation Unesco forderte die USA und Großbritannien am Samstag auf, die archäologischen Stätten und Museen in Irak vor Plünderungen und Zerstörungen zu bewahren. Die Sammlungen und Kulturstätten gehörten zu den bedeutendsten der Welt, erklärte Unesco-Generaldirektor Koichiro Matsuura in einem Brief an die US-Behörden.

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 16 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 17.04.2003

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