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Bistum Magdeburg

Fern Stehende telefonisch eingeladen

Ökumenische Aktion Magdeburger Gemeinden / Impuls zum Pastoralen Zukunftsgespräch (1)

Magdeburg (ep) -"Schön, dass mal jemand von der Kirche anruft und einlädt." -"Ich habe mit der Kirche zwar seit Jahren nichts mehr zu tun, aber ich finde es sehr gut, dass evangelische und katholische Gemeinden gemeinsam eine solche Aktion durchführen." -"Ich bin nicht kirchlich. Sie können mir den Informationskalender aber mal vorbeibringen, vorausgesetzt, ich gehe keine Verpflichtungen ein." -So reagierten Magdeburger, als sie kürzlich von Mitgliedern der katholischen St.-Mechthild- Gemeinde sowie der evangelischen Hoffnungs-, der Nicolai- und der Reformationsgemeinde im Rahmen der Aktion "Neu anfangen -Christen laden ein zum Gespräch" angerufen wurden. Seit Ende Februar findet diese Aktion auf Initiative der evangelischen Hoffnungsgemeinde in Magdeburg-Nord statt.

"Nicht alle Angerufenen waren zu einem Gespräch bereit, die meisten reagierten aber freundlich", sagt Christiane Zalewski (24). Die junge Frau von der Pfarrei St. Mechthild beteiligt sich nicht zuletzt auch auf dem Hintergrund der Anliegen des Pastoralen Zukunftsgespräches an der ökumenischen Aktion. Mit dem Projekt sollten die 20 000 Einwohner im Einzugsbereich der Gemeinden zu einem Kontakt mit der Kirche eingeladen werden.

Zunächst wurde per ausgetragener 20 000 Faltblätter und über die Zeitung mit dem Projekt bekannt gemacht. Vom 24. bis 28. Februar fand dann jeweils von 18 bis 20 Uhr die erste Telefonaktion statt, bei der von einem kostenlos bereitgestellten Call-Center der Telekom 7200 Bewohner erreicht wurden -mehr waren nicht im Telefonbuch zu finden. Ergebnis: 1900 nahmen das Angebot an, sich einen immerwährenden Kalender vorbeibringen zu lassen, in dem über die Angebote und Profile der Gemeinden informiert wird. "Ich habe in diesen Tagen in der Straßenbahn gehört, wie sich Leute über unsere Aktion unterhalten haben", freut sich Frau Zalewski, die im Pfarrgemeinderat ihrer Gemeinde für Ökumene zuständig ist.

Nachdem in der ersten Runde über die Aktion informiert worden war, wurden in der vorigen Woche diejenigen Bewohner nochmals angerufen, die sich einen Kalender hatten bringen lassen. "Eigentlich hatten ich und andere zunächst davor große Bauchschmerzen, weil wir dachten: Jetzt werden die Leute sagen: Von wegen und keine Verpflichtungen eingehen -ihr wollt ja doch etwas von uns! Doch es lief besser als gedacht", sagt Frau Zalewski. "Gut 200 Leute wollen nun in die von uns angebotenen Gesprächsrunden zu Fragen des Lebens und Glaubens, zu Normen und Werten kommen, allein 40 in die St.- Mechthild-Gemeinde." Angedacht sind bis 7. Mai fünf Fortsetzungsabende zu der Thematik. Für die Leitung wurden bereits Gemeindemitglieder geschult. Aus St. Mechthild beteiligen sich einschließlich von Pfarrer Matthias Weise und Schwester Rita Breuer zehn Christen an der Gesamtaktion, 80 sind es aus allen Gemeinden zusammen. Die ebenfalls in Magdeburg-Nord ansässige katholische Gemeinde St. Agnes, die ebenfalls eingeladen war mitzumachen, hat sich nach Angaben von Frau Zalewski mangels Kapazität an Kraft und Zeit nicht beteiligt.

Parallel zu den Gesprächsrunden sind am 5. April eine Bibel- Entdeckertour für alle interessierten Kinder in der Hoffnungsgemeinde sowie vom 25. bis 27. April Kindertage in der Hoffnungsgemeinde und im Don- Bosco-Kinder-und-Jugend-Zentrum von St. Mechthild geplant. Am 12. April laden die Gemeinden zu einer Orgelwanderung durch die vier Kirchen ein. Mit einem Open-Air-Gottesdienst vor der Nicolai-Kirche soll die Aktion am 18. Mai enden.

Ein Nebenergebnis: "Diejenigen, die sich aktiv beteiligt haben, hat die Aktion einander näher gebracht", sagt Frau Zalewski. Und: "Wir sind ins Nachdenken gekommen, was man tun müsste, damit unsere Gemeinden anziehender werden."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 13 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 07.04.2003

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