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Bistum Erfurt

Erste Hilfe für Hinterbliebene

Ab 1. April steht in Erfurt eine Notfallbegleitung zur Verfügung

Hilfe in der Not: Nach der Erfurter Bluttat waren viele entsetzt und legten Blumen vor dem Rathaus nieder.

Erfurt (tdh) -Knapp ein Jahr nach der Bluttat am Erfurter Gutenberggymnasium wird es ab 1. April in der Landeshauptstadt ein System zur Notfallbegleitung auf ehrenamtlicher Basis geben. Das Projekt ist den Angaben zufolge ein Angebot an die Bürger Erfurts zur kurzfristigen Begleitung in der Akutphase nach dem plötzlichen Tod eines nahen Angehörigen oder bei einer schweren Erkrankung, bei Unglücksfällen oder anderen Schadensereignissen.

Getragen wird die Einrichtung in der Landeshauptstadt vom evangelischen Kirchenkreis Erfurt, dem katholischen Dekanat Erfurt und der Stadtverwaltung. "Die Planungen für die Einführung einer Notfallbegleitung in Erfurt liegen schon einige Zeit zurück", bestätigt Diakon Matthias Burkert, der katholischerseits für die neue Einrichtung verantwortlich ist. Wie notwendig aber eine solche Begleitung geworden ist, zeigten besonders die Ereignisse am Erfurter Gutenberggymnasium im April letzten Jahres.

Das Angebot richtet sich nach Angaben der Initiatoren vor allem auch an Menschen, deren Lebenspartner plötzlich im häuslichen Bereich gestorben ist. Notärzten sowie den Mitarbeitern des Rettungsdienstes blieben meist wenig Zeit, sich nach einem Einsatz um den Hinterbliebenen zu kümmern. In dieser Situation stünden häufig noch keine Angehörigen hilfreich zur Seite, so dass nach dem Abrücken der Rettungskräfte "Hinterbliebene mit dem Verstorbenen, einer großen Unsicherheit, vielen Fragen und meist auch verzweifelt zurückbleiben", heißt es in einer Mitteilung weiter. Die Hilfe sei natürlich nicht an eine Kirchenzugehörigkeit gebunden.

Die Mitwirkenden an dem Projekt stehen nach einem Dienstplan in Form einer Rufbereitschaft innerhalb des Stadtgebietes zur Verfügung. Sie können bei Bedarf durch den Rettungsdienst, die Feuerwehr oder auch durch die Polizei oder die zentrale Leitstelle Erfurt im Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz angefordert werden. Organisatorisch ist die Notfallbegleitung an dieses Amt gebunden und wird von Hauptbrandmeister Peter Weidemüller und dem stellvertretenden Amtsleiter Roland Goertz betreut.

Die Initiatoren teilten weiter mit, dass zur "Sicherstellung einer dauerhaften Verfügbarkeit" noch Interessierte, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, gesucht werden. Sie erhalten dafür eine eigene Ausbildung. Bereits im Juni beginnt ein neuer Kurs.

Wer sich für eine ehrenamtliche
Tätigkeit in der Notfallbegleitung
interessiert und mitarbeiten
möchte, meldet sich bitte bei:
Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz,
Peter Weidemüller,
Tel. (03 61) 7 41 50 56
oder bei Diakon
Matthias Burkert in Erfurt,
Tel. (03 61) 2 22 77 98.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 13 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 07.04.2003

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