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Bistum Erfurt

Offen für fremde Kulturen

Wie eine Erfurter Katholikin im Ausland Karriere macht

Studium mit Tradition: Jana Fritzsche nach der Verleihung des

Erfurt (as) -Manchmal hat Jana Fritzsche schon Schwierigkeiten, Worte in ihrer Muttersprache zu finden. Der deutsche Ausdruck für "Besinnungstage" fällt ihr nicht gleich ein. Kein Wunder, denn die Absolventin der Erfurter Edith-Stein-Schule lebt seit vier Jahren im englischsprachigen Milieu -erst in Amerika, dann in Großbritannien.

Zurzeit studiert sie in Wales, genauer genauer gesagt in Aberystwyth. Erst im letzten Jahr hat sie dort den akademischen Bachelor- Grad für Politikwissenschaften erworben und bereitet sich jetzt auf den Master-Titel vor, der Voraussetzung für den Doktor ist.

Jana Fritzsches Vita liest sich wie eine Bilderbuchkarriere: Überdurchschnittliches Abitur in Deutschland, preisgekrönter High-School-Abschluss an einer katholischen Privatschule in Kalifornien, Bestnoten im Studium. Dennoch ist die Erfurterin bescheiden geblieben. Am Anfang war es jedoch nicht einfach, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, gibt Jana Fritzsche unumwunden zu. Ein bisschen vermisste sie die heimatliche Umgebung, die Familie, die Freunde. "Man hat sich aber schnell dran gewöhnt", sagt Jana heute im Rückblick. Ungefähr alle drei Monate fliegt die Studentin nach Hause. "Das wäre auch nicht anders gewesen, wenn ich in Deutschland studiert hätte", sagt sie. Ansonsten hat sie sowohl in Amerika als auch in Großbritannien schnell Fuß gefasst. "Wenn man aufgeschlossen ist, findet man überall Freunde". Besonders engagiert sie sich in Aberystwyth in der "Catholic society", eine Organisation, die mit der deutschen Studentengemeinde vergleichbar ist. Dort hat sie es jetzt sogar zur Vizepräsidentin gebracht. Einmal in der Woche trifft man sich zum Gottesdienst und zu thematischen Abenden.

Was das Bildungssystem beider Länder angeht, musste sich Jana Fritzsche ebenfalls ein bisschen umstellen. "Prinzipiell ist die Ausbildung in Deutschland mit der in Großbritannien nicht zu vergleichen", meint sie. Auf der Insel würden die Schwerpunkte mehr auf Methodik gelegt, während in Deutschland vor allem Faktenwissen entscheidend sei. Schülern hierzulande, die sich für einen Auslandsstudienaufenthalt interessieren, empfielt Jana Fritzsche vor allem: Toleranz, Interesse und Verständnis für andere Kulturen. Natürlich seien fremde Sprachen unerlässlich.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 10 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 07.04.2003

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