Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Erfurt

Ein Haus wird mit Leben erfüllt

In Neustadt / Eichsfeld wurde ein neues Wohnheim für psychisch Kranke eingeweiht

Ein Zuhause für psychisch Kranke: Caritasdirektor Bruno Heller bei der Segnung der Räume.

Neustadt (as) -Helle, lichtdurchflutete Räume empfangen den Besucher im neuen Wohnheim für psychisch Kranke und behinderte Menschen des Bonifatiusstiftes in Neustadt. Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Festakt ist das neue Gebäude in der Trägerschaft des Raphaelsheimes Heiligenstadt am 7. März durch Diözesan-Caritasdirektor Bruno Heller, den Bischöflichen Kommissarius für das Eichsfeld, Propst Heinz Josef Durstewitz, sowie den Rektor des Raphaelsheimes, Monsignore Josef Kesting, eingeweiht worden. Bewohner, Mitarbeiter sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kirche waren gekommen, um die freundliche Gestaltung der Einrichtung in Augenschein zu nehmen. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Musikgruppe und der Chor des Raphaelsheimes und der Eichsfelder Werkstätten.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten beginne erst das eigentliche Leben, betonte Diözesan- Caritasdirektor in seiner Predigt. Das Entscheidende werde von denen gestaltet, die "hier leben und arbeiten". Die Frage sei, welcher Geist das Leben im Haus bestimme. Nichtchristen wunderten sich oft, "welcher Geist in den kirchlichen Häusern" herrsche. Heller: "Vielleicht ist es der gute Geist Gottes, der den Menschen diese Geborgenheit gibt." Den Mitarbeitern des Hauses wünschte der Caritasdirektor, dass sie Bewohnern und Besuchern etwas von "dieser Botschaft des Willkommenseins" vermitteln könnten. Für den Einsatz aller Beteiligten beim Bau des neuen Wohnheimes bedankte sich der Geschäftsführer des Raphaelsheimes, Erhard Monecke. Es sei eine funktionale und wohnliche Einrichtung entstanden, die den Erfordernissen einer modernen Pflegeeinrichtung entspreche, sagte Monecke. Falk Oesterheld, Abteilungsleiter im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit lobte besonders das "finanzielle Engagement" des neuen Trägers und die Tatsache, dass beim Neubau vor allem Firmen aus der Region beteiligt waren.

Verantwortung der Politik für psychisch Kranke

Oesterheld verwies besonders auf die Verantwortung der Politik für psychisch Kranke und behinderte Menschen. Das neue Haus in Neustadt ermögliche den Bewohnern eine "gemeindenahe Betreuung", wodurch der Kontakt zu den Familien aufrecht erhalten werden könne. "Die Politik muss weiterhin dafür Sorge tragen, dass auch psychisch Kranken ein selbst gestaltetes Leben ermöglicht wird", betonte Oesterheld.

Das Bonifatiusstift geht auf Johann Bonifaz zurück, der 1855 die Errichtung "einer Anstalt für Arme und Kranke" testamentarisch verfügte. Rund 120 Jahre wirkten hier die Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, ehe die Stiftung 1982 an die Caritas übergeben wurde. Seit 1996 befindet sich die Einrichtung in Trägerschaft des Raphaelsheimes. Das neue Haus des Stiftes, mitten im Ort gelegen, kostete rund vier Millionen Euro. 46 Bewohner können hier betreut werden. Finanzielle Zuwendungen kamen vom Bund und dem Land Thüringen sowie der Stiftung Wohnhilfe. Die Planung der Baumaßnahme wurde vom Architektenbüro Aring in Heiligenstadt durchgeführt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 12 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 22.03.2003

Aktuelle Buchtipps