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Wissenswertes zur Bibel

Schwierige Begriffe leicht erklärt

Bibel: Das Wort Bibel heißt eigentlich „das Buch“. Die Stadt Biblios war im Altertum für die Papyrusherstellung bekannt. Ihr Name wurde zum Eigennamen der Heiligen Schrift.

73 Bücher: Die Bibel ist eine Sammlung von Schriften. Zum (katholischen) Alten Testament (AT) zählen 46, zum Neuen Testament (NT) 27 solcher Bücher. Luther hat, als er die Bibel ins Deutsche übersetzte, sieben der 46 alttestamentlichen Schriften ausgesondert. Sie gehörten nicht zum ursprünglichen hebräischen Schriftkanon und wurden größtenteils in Griechisch verfasst. Luther fügt sie als „nützlich und lesenswert“ zwischen AT und NT ein.

Altes Testament: Abgefasst um 1000 bis um 100 v. Chr. vornehmlich in Palästina. Sprache: überwiegend Hebräisch; Verfasser: Propheten, Weisheitslehrer, Priester; Gliederung: Geschichtsbücher, Lehrbücher, prophetische Bücher; Inhalt: Gotteserfahrungen Israels

Neues Testament: Abgefasst um 50 bis 120 n. Chr. im Mittelmeerraum. Sprache: Griechisch; Verfasser: Apostel, Apostelschüler und unbekannte Autoren; Gliederung: Evangelien, Apostelgeschichte, Briefe des Paulus, weitere Briefe, Offenbarung des Johannes.

Alteste Handschriften des Neuen Testamentes: Die Originale der neutestamentlichen Schriften sind nicht erhalten. Die älteste Handschrift ist der so genannte Papyrus 52 (enthält Joh 18, 31-33.37) aus der Zeit um 120 n. Chr. Besonders wichtig sind die Papyri 66 und 75 (Teile aus Lukas und Johannes) um 200 n. Chr. und der Codex Vaticanus (vollständiges AT und NT) um 350 n. Chr.

Kanon: Welche Schriften zum Kanon (semitisch / griechisch Schilfrohr, Meßstab, Richtschnur) der Heiligen Schrift gehören, hat sich in einem langen Prozess geklärt. Abgeschlossen wurde dieser Prozess für die Sammlung des Alten Testaments auf der jüdischen (!) Synode von Jamnia (um 100 n. Chr.) Alle Bücher des Neuen Testaments finden sich erstmals 367 nachweisbar im 39. Osterfestbrief desAthanasios von Alexandrien. Definitiv festgelegt wurde der Umfang der altestamentlichen und neutestamentlichen Schriften für die katholische Kirche 1546 auf dem Konzil von Trient.

Apokryphe Schriften: Die frühchristlichen Gemeinden verwendeten Schriften des Alten Testaments, überlieferte Berichte von Tod und Auferstehung, Glaubensformeln, an sie gerichtete Briefe – etwa des Paulus – und schließlich Evangelientexte im Gottesdienst. Es entstanden Sammlungen. In Korinth dürften zum Beispiel immer wieder die paulinischen Briefe gelesen worden sein. 139 n. Chr. veröffentlichte Marcion aus Pontus (Kleinasien) seinen „Minimalkanon“. Darin akzeptierte er nur eine gekürzte Fassung des Lukas-Evangeliums sowie zehn paulinische Briefe. Alle anderen Schriften schied er als Fälschungen aus. In der gleichen Epoche entstanden zahlreiche Schriften, die denjenigen, die in den Gemeinden verwendet wurden, ähnelten. Daneben weisen sie aber auch deutliche Unterschiede auf. Ein Beispiel dafür ist das Thomasevangelium. Die Gemeinden standen vor der Frage, sich Marcion anzuschließen oder neue Schriften hinzuzunehmen. Sie entschieden und trafen möglicherweise untereinander Absprachen. Die nicht in die Sammlungen der Gemeinden aufgenommenen Schriften wurden Apokryphen (verborgen, eigenartig) genannt.

Synoptische Frage: Die drei Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas werden als Synoptiker bezeichnet. Ihre Texte weisen erhebliche Ähnlichkeiten auf (bei Johannes ist das so nicht der Fall). Man hat sie in nebeneinander stehenden Spalten geschrieben. Von dieser Zusammenschau (Synopse) der Texte stammt die Bezeichnung. Die synoptische Frage besteht darin, in welcher Weise die Evangelisten gleiche und unterschiedliche schriftliche oder mündliche Quellen für ihre Schriften verwendet haben. So wird davon ausgegangen, dass Matthäus und Lukas das Evangelium des Markus für ihre Evangelien verwendeten und zusätzliche Quellen hatten.ep

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 18.03.2003

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