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Bistum Dresden-Meißen

Hilfen weiter in Anspruch nehmen

Positive Bilanz der Caritas zur Hilfe nach Flut und Hochwasser / Diakonie ebenso erfolgreich

Unschöne Erinnerung: Grimma nach der Muldeflut im August vergangenen Jahres.

Dresden (tdh) -Sechs Monate nach der Flut hat die Caritas eine positive Zwischenbilanz der Fluthilfen gezogen. "Bis heute haben wir 10,7 Millionen Euro Spenden ausbezahlt", berichtete Diözesan-Caritasdirektor Horst Kutschke am 17. Februar vor Medienvertretern. Insgesamt 30 Millionen Euro Spenden stünden der Caritas zur Verfügung, erklärte Kutschke weiter. Mit dem bisher ausgezahlten Geld wurden im Bistum Dresden-Meißen unter anderem rund 2400 Privathaushalte, sowie 150 Kleingewerbebetriebe unterstützt.

Ziel der Fluthilfen war die schnelle und vor allem unbürokratische Verbesserung der Lebenssituation der vom Hochwasser betroffenen Menschen. Zur schnellen Linderung akuter Not wurden bisher 300 000 Euro Soforthilfen ausbezahlt. Dabei handelt es sich zumeist um Barauszahlungen kleinerer Geldbeträge im Wert von 100 bis 150 Euro.

Mit bis zu 15 000 Euro pro Haushalt konnte ganz konkret geholfen werden, diese Gelder wurden als Einrichtungsbeihilfen für die Wiederbeschaffung von Möbeln, Haushaltsgeräten, Hausrat und anderer nötiger Dinge ausgezahlt. Insgesamt acht Millionen Euro erreichten so 2300 Haushalte.

Die Wiederaufbauhilfen an Wohngebäuden -Privathäuser und Eigentumswohnungen -trägt zu 80 Prozent der Staat. Die restlichen 20 Prozent konnte die Caritas bisher 140 Haushalten zur Verfügung stellen. Ausgezahlt wurden 700 000 Euro. Weiterhin wurden Starthilfen für 150 Handwerker und Kleingewerbebetriebe von regulär 50000 bis zu 100 000 Euro im Ausnahmefall gezahlt. Mit diesen Zahlungen -insgesamt bisher 1,5 Millionen Euro -konnten neue Maschinen und Arbeitsgeräte angeschafft sowie Gebäude saniert werden. "Wir leisten damit einen Beitrag, Existenzen zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten", erklärte Horst Kutschke. Gerade in wirtschaftlich schwachen Regionen sei dies besonders wichtig.

Die Wiederaufbauhilfe für Sozialeinrichtungen, zum Beispiel in Altenpflegeheimen, Mietzuschüsse für Ersatzwohnungen sowie Erholungsaufenthalte und Mutter-Kind-Kuren wurden mit einem Gesamtwert von 200 000 Euro unterstützt.

"Die Flut brachte nicht nur ein riesiges Maß an Zerstörung, sondern auch Hilfen, die so bisher nicht bekannt waren", sagte To- bias Löser -zuständig im Caritas- Arbeitsstab Flut für die Öffentlichkeitsarbeit -mit Blick auf die Hilfsbereitschaft und das Engagement vieler Menschen. Viele Betroffene würden jedoch zögern, das Geld anzunehmen. Zum Teil hätten sie Angst Verpflichtungen einzugehen oder sie wollen sich nicht bereichern. Daher betonte Horst Kutschke: "Wir appellieren an alle Betroffenen, diese Hilfen auch in Anspruch zu nehmen." Der Diözesan- Caritasdirekor weiter: "Die Hilfe muss zu den Menschen kommen und nicht umgekehrt." Aus diesem Grunde sind 20 Fluthelfer, sowie weitere ehrenamtliche Mitarbeiter noch mindestens bis August unterwegs, um die Spenden an alle Bedürftigen zu verteilen. Aufgabe der Fluthelfer ist neben der finanziellen Beratung vor allem die seelische Unterstützung. "Der Gesprächsbedarf bei den Leuten ist riesig", sagte Eckhard Feyler, Fluthelfer im Raum Dresden. In den Gesprächen gehe es von baufachlichen Problemen bis hin zu ganz persönlichen Sorgen und Nöten.

Noch bis 2004 soll das gesamte Fluthilfeprogramm der Caritas andauern. "Dieser Zeithorizont ist die Garantie dafür, dass wirklich allen geholfen werden kann. ...Hilfe, die nachhaltig wirkt, braucht Zeit", so der Diözesan- Caritasdirektor weiter.

Eine positive Zwischenbilanz hat inzwischen auch die Diakonie Sachsen gezogen. 13,2 Millionen Euro wurden in den vergangenen Monaten an 2800 Haushalte, 170 Gewerbetreibende und 13 soziale Einrichtungen verteilt. Sie sind als Hilfen zur Instandsetzung und zum Wiederaufbau gedacht. Zudem wurden bis Mitte September vergangenen Jahres noch 750 000 Euro Nothilfe an zirka 1500 Personen verteilt. Insgesamt stehen der Diakonie in Sachsen 25,1 Millionen Euro an Flutspenden zur Verfügung.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 9 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 12.03.2003

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