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Bistum Erfurt

Bibel, Geckos, lateinisches Theater

Beim Tag der offenen Tür in der Edith-Stein-Schule in Erfurt

Erfurt -Lebendige Biologie, eine Reise in die Vergangenheit, Chemie oder Physik zum Anfassen: In der Edith-Stein-Schule in Erfurt standen am 1. Februar buchstäblich alle Türen offen. Und der Besucher konnte sich nicht nur einen ersten Eindruck über die Angebote verschaffen, sondern auch kritisch hinter die Kulissen schauen. Zahlreich waren die Erfurter dann auch gekommen -kein Wunder, denn die Anmeldungen für das nächste Schuljahr laufen jetzt an, und man will natürlich genau wissen, in welche Obhut man die Sprösslinge gibt.

Der Rundgang durch die Schule fällt nicht leicht, wenn man nichts verpassen will. Im Biologiesaal gibt es nicht nur einen Leopardengecko zu sehen, sondern auch andere Insekten und Käfer. Im ersten Stock kann man eine Ausstellung mit alten Bibeln bewundern. "Wir haben die Ausstellung seit Weihnachten vorbereitet und in den Gemeinden gefragt, wer alte Bibel besitzt", erläutert Religionslehrerin Monika Kurz. Manche Bücher, die hier ausliegen, seien schon über Generationen weitergegeben worden. Die älteste -allerdings nur in Kopie -stammt aus dem Jahr 1544. "Leider ist die Ausstellung nur heute zu sehen", bedauert Frau Kurz. Gerade im Jahr der Bibel sei die Beschäftigung mit dem Buch der Bücher aber ein wichtiges Anliegen des Religionsunterrichtes -hier gebe es Möglichkeiten des fächer-übergreifenden Unterrichtes.

An den Wänden hängen Hinweisschilder: "Streitschlichter, wir sind unterwegs". Dahinter verbirgt sich ein neues Projekt an der Edith-Stein-Schule, das die Streithähne zusammenbringen soll und in der Fachsprache "Mediation" heißt. Wie das geht, erläutern Philipp Steinmann und Katrin Kirsten aus der achten Klasse, die einen Kurs an der Fachhochschule in Erfurt besucht haben und inzwischen "professionelle Schlichter" sind. "Ziel ist, dass die Parteien am Ende mit dem Ergebnis einverstanden sind", weiß Philipp. Die Mediation laufe in vier Phasen ab, in denen zunächst die Regeln des Dialogs aufgestellt und die Konflikte geschildert werden. Dann wird über die Verhaltensweisen nachgedacht und schließlich eine Lösung des Problems gefunden. "Beide Parteien müssen sich in den anderen reinversetzen", sagt Katrin.

Ein Höhepunkt war das Theaterstück der siebten Klassen, das von der sagenhaften Gründung Roms handelte: Eine Wölfin findet die beiden Zwillinge Romulus und Remus, die von ihrem Onkel im Tiberfluss ausgesetzt wurden. Später tötet Romulus seinen Bruder im Streit und wird der erste König Roms. Das Stück spielten die Schüler in Latein, die Zuschauer bekamen einen Zettel mit der Inhaltsangabe in die Hand. Für Lateinlehrerin Birgit Möller ist dies eine Möglichkeit, alte Sprachen am Leben zu erhalten. "Latein schult vor allem das logische Denken", meint sie. Am "Fremden" lernten die Schüler auch die eigene Sprache besser kennen. Lehrer, Schüler und viele Besucher hatten am Ende den Eindruck: Der Tag war gelungen.

Andreas Schuppert

Anmeldungen für das Schuljahr 2003/2004:
18. bis 22 Februar,
14 bis 18 Uhr,
Mittwoch außerdem
8 bis 12 Uhr,
Samstag
nur 10 bis 12 Uhr.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 6 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 06.02.2003

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