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"Ich habe unheimlich Spaß an der Sache"

Sebastian Lehmann: Diözesanleiter der Kolpingjugend Görlitz

Diözesanleiter bei der Kolpingjugend: Sebastian Lehmann Hoyerswerda/Dresden (kh) -Jugendlichen eine Perspektive geben, ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten und sich mit Themen, die sie beschäftigen, näher auseinanderzusetzen: Das sind für Sebastian Lehmann drei wesentliche Gründe, sich bei der Kolpingjugend zu engagieren. Seit fast acht Jahren ist der gebürtige Hoyerswerdaer einer ihrer drei Diözesanleiter für das Bistum Görlitz.
Warum sich der 24-Jährige, der kurz vor dem Abschluss seines Wirtschaftsingenieur-Studiums an der Technischen Universität Dresden steht, immer wieder für zwei weitere Jahre hat wählen lassen, kann er in einem Satz erklären: "Ich habe unheimlich Spaß an der Sache." Neuen Antrieb bekommt er zum Beispiel, wenn Teilnehmer nach einem Wochenende, das er mit vorbereitet hat, sagen, dass es toll war und fragen: "Wann machen wir wieder so etwas? Können wir dabei mithelfen?"
Hineingewachsen in die Kolpingjugend ist Sebastian über seine Eltern, die beide Mitglied in der Kolpingsfamilie Hoyerswerda sind. Er selbst war zunächst in der Pfarrjugend seiner Heimatgemeinde aktiv, 1991 trat er dann der Kolpingjugend bei. Um die zehn Wochenenden im Jahr ist er als Diözesanleiter unterwegs, zweimal jährlich stehen Konferenzen auf Bundesebene an, ebenso oft treffen sich die Verantwortlichen aus der Region Ost.
Mindestens alle zwei Monate tauschen sich Sebastian sowie seine beiden Diözesanleiter-Kolleginnen, Theresa Decker und Theres Sander, mit zehn anderen Jugendlichen aus, die den diözesanen Arbeitskreis bilden. Gemeinsam bereiten sie die Veranstaltungen der Kolpingjugend im Bistum Görlitz vor. Das sind jedes Jahr zwei Freizeitfahrten und zwei Bildungswochenenden. Themen dabei waren bisher zum Beispiel Sekten, die Osterweiterung der Europäischen Union oder das Land Brasilien. Auch einen Tanzkurs, veranstaltet von einem Bewegungstherapeuten, gab es bereits.

Zurzeit organisiert Sebastian gerade ein Zeltlager für den Sommer. Termine buchen, Versicherungsfragen klären, Plakate und Einladungen entwerfen und zusammen mit den Anmeldekarten an die Pfarreien schicken: All das muss erledigt werden. Dabei kann es schon vorkommen, dass er mal zwei Tage mit Telefonieren verbringt. Trotzdem bleibt Sebastian noch Zeit, Badminton oder Squash zu spielen, schwimmen zu gehen oder Freunde zu treffen - auch außerhalb der Kolpingjugend. Jugendlichen, die sich selbst engagieren möchten, rät er, sich nicht von den Erwartungen anderer Menschen abschrecken zu lassen. Lieber sollten sich die Jungen und Mädchen sagen: "Das kann ich und das mache ich jetzt auch."

Angst vor der Verantwortung, die mit einem Ehrenamt verbunden ist, brauche niemand zu haben, meint Sebastian, schließlich stünden Jugendseelsorger und Jugendreferenten bei Schwierigkeiten als Ansprechpartner zur Verfügung. Sebastian hofft, dass es auch in Zukunft Erwachsene gibt, die die Arbeit der Jugendlichen unterstützen - und dass immer wieder junge Leute bereit sind, sich einzubringen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 20 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 17.05.2001

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