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Bistum Dresden-Meißen

Unschuldigen das Leben bewahren

Ökumenisches Friedensgebet / Pfarrer Tschöpe: "Die Lage am Golf beunruhigt mich ..."

Gebete und Proteste: Evangelische und katholische Christen gingen gemeinsam an die Öffentlichkeit, um sich für den Frieden einzusetzen und um vor den Folgen eines neuerlichen Golfkrieges zu warnen.

Rodewisch -Den Montagsgebeten von 1989 könnten im vogtländischen Rodewisch 2003 die Mittwochsgebete folgen. Mitte des Monats zogen zum ersten Mal am Mittwochabend rund 250 Vogtländer vom Anger zur St.-Petri-Kirche. Viele trugen Kerzen, zwei das Transparent "Frieden schaffen ohne Waffen". Gemeint war der Irak. Die Teilnehmer wollten nicht tatenlos zuschauen, wie ein neuer Krieg am Golf vorbereitet wird. Die Antwort hieß Protest und Gebet.

Zu Beginn des ökumenischen Friedensgebetes nannte der evangelische Pfarrer Dr. Markus Roser einige Gründe, warum er Nein zu einem Irak-Krieg sagt: "Tausende Unschuldige kostet der Krieg das Leben. Die Weltwirtschaft kühlt weiter ab, auch im Vogtland gibt es noch mehr Arbeitslose. Terroristen fühlen sich zu neuen Anschlägen herausgefordert. Tod wird die Bilanz des Krieges sein!" Der katholische Pfarrer Klaus-Michael Tschöpe gab Passagen der diesjährigen Papst-Ansprache vor Botschaftern wieder. Darin hatte Johannes Paul II. unter anderem gesagt, dass Krieg niemals ein unabwendbares Schicksal sei. Jesus habe auf dem Ölberg in Todesangst die Jünger aufgefordert zu wachen und zu beten, erinnerte Pfarrer Roser. "Das Handwerkszeug der Christen ist das Gebet um den Beistand Gottes", hatte auf der Einladung gestanden.

Deshalb wurde auch dem Psalm, den Liedern und Fürbitten viel Zeit gewidmet. Gebetet wurde unter anderem für die christlichen Brüder und Schwestern im Irak und natürlich für die Verantwortlichen der UNO und die Staatsmänner, dass sie vom Heiligen Geist erfüllt werden und Wege der Versöhnung finden.

An das Friedensgebet hatte Initiator Markus Roser zuerst gedacht. Der Marsch erschien ihm dann ebenfalls wichtig: "Wir hätten uns sonst in der Kirche eingeigelt. Wir sollten aber auch ein äußeres Zeichen setzen. Wenn die Polizei die Straßen sperrt und die Feuerwehr mit Blaulicht den Marsch absichert, wird unser Anliegen -Kein Krieg! -von viel mehr Menschen beachtet!" Das könnte heißen, dass sich immer mehr dem wöchentlichen Marsch und Gebet anschließen. "1989 haben wir auch mit wenigen Leuten angefangen", sagte einer der Teilnehmer. "Jeweils mittwochs um 18.30 Uhr" informieren Handzettel und Plakate mit dem bekannten Zeichen "Schwerter zu Pflugscharen". Bei der Gestaltung wechseln sich die Gemeinden ab. Pfarrer Klaus-Michael Tschöpe hat ohne Zögern für die Katholiken zugesagt. "Der Lage am Golf beunruhigt mich. Aber ich habe auch Hoffnung, dass sich etwas zum Guten wendet."

Gert Friedrich

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 4 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 23.01.2003

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