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Bistum Erfurt

Friedenslicht mit Hindernissen

Angesichts eines drohenden Golfkrieges war die diesjährige Aktion besonders wichtig

 Die Flamme leuchtete nicht nur in Thüringens Kirchen: Pfadfinder übergeben an Weimars Oberbürgermeister Volkhardt Germer (parteilos) das Friedenslicht.

Weimar -Die diesjährige Verteilung des in Bethlehem entzündeten Friedenslichtes im Freistaat Thüringen am 22. Dezember verlief bis auf wenige Ausnahmen erfolgreich. In Weimar übergaben Pfadfinder das Licht an Oberbürgermeister Volkhardt Germer (parteilos). Drei Bahnstrecken mehr bedienten die Helfer des Initiativkreises Friedenslicht für Mitteldeutschland, nachdem sie das Licht in Weimar, als diesjährige Patenstadt, von Melchior überreicht bekamen, welches er zuvor auf der Aussendefeier in Linz (Österreich) abgeholt hatte.

Zu einem Symbol für Frieden, Liebe und Hoffnung ist das Friedenslicht aus Bethlehem geworden, was zum 17. Mal von einem Kind in Bethlehem entzündet wurde, um es in die Welt zu tragen. Im Rahmen der Aktion des Österreichischen Rundfunks (ORF) "Licht ins Dunkel" gelangte es in diesem Jahr zum Beispiel bis nach New York auf den Ground Zero, obwohl der Weg von Israel nach Amerika wegen der Nahostkonflikte schwierig war. Viele waren sich einig: Angesichts eines drohenden Krieges im Nahen Osten war die diesjährige Aktion besonders wichtig.

Dank dem Geraer Uwe Engel und dem durch ihn entstandenen Initiativkreis Friedenslicht für Mitteldeutschland konnte das Licht auch in diesem Jahr wieder in Thüringen verteilt werden. Über 120 Haltepunkte wurden mit Hilfe der Pfadfinder des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder und der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg sowie weiteren Helfern auf den Strecken der Bahnen erreicht, um von hier weitergegeben zu werden. Erstmals beteiligten sich neben der Deutschen Bahn auch die Südthüringen Bahn, die Erfurter Industriebahn sowie die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatal-Bahn als Partner an der Aktion. Schwarzatal und Sonneberg konnten so durch die erst wieder eröffneten Strecken erreicht werden.

Die beiden Pfadfinder Christoph Schneider und Martin Wittchow fuhren einen Teil der Strecke mit dem Fahrrad, um die Südthüringer Strecken zu verbinden. Hinderlich erwies sich das Zugpersonal der Deutschen Bahn und der Erfurter Industriebahn, welches trotz Absprachen die Flamme zum einen auf der Strecke kurz vor Leinefelde und zum anderen auf der Strecke in Richtung Saalfeld löschen ließen. Fast wäre dadurch ganz Südthüringen vom Friedenslicht abgeschnitten worden. Durch Uwe Engel, der mit dem Auto und einer Laterne nach Neuhaus am Rennsteig kam, konnte die Flamme jedoch wieder entzündet werden.

Hendrik Knop

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 2 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 09.01.2003

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