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Bistum Magdeburg

Für die Kinder ist das Beste gut genug

Köthen: Katholische Gemeinde will Kindertagesstätte eröffnen / Generalvikar legte Grundstein

Damit bald 65 Kinder in guter Atmosphäre aufwachsen können: Generalvikar Stolpe bei der Grundsteinlegung für einen neuen Kindergarten in Köthen.

Köthen (ep) -Zwei Jahre wurden gebraucht, um alle nötigen Unterlagen und Genehmigungen beisammen zu haben. Doch am 21. November war es nun soweit: Generalvikar Theodor Stolpe, Pfarrer Wolfgang Paul und Diakon Bernhard Neumann konnten gemeinsam mit Gemeinde und Gästen in Köthen den Grundstein für eine katholische Kindertagesstätte legen.

"Kinder mit Liebe in ihrer Entfaltung begleiten"

Die Einrichtung hinter dem Pfarrhaus von St. Anna soll im September kommenden Jahres fertig sein und 65 Kindern Platz geben. "Geschützte Räume bieten Geborgenheit und ermöglichen es uns Menschen, Vertrauen zu fassen. Für die Kinder sollte das Beste gerade gut genug sein", sagte Generalvikar Theodor Stolpe in seiner Ansprache. Deshalb sei es für Kinder notwendig, dass sie in guten Gebäuden mit Liebe erzogen und bei ihrer Entfaltung begleitet werden. "Es ist bedauerlich, dass dies in der Öffentlichkeit, aber manchmal auch in unserem eigenen Denken zu kurz kommt", so der Generalvikar.

Die neue Kita -es ist neben einem Kindergarten der evangelischen Kirche die zweite konfessionelle Kindereinrichtung in Köthen -soll christlichen und nicht christlichen Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren offen stehen. "Wir rechnen mit etwa einem Drittel katholischer Kinder", sagt Christine Neumann. Die Frau des Diakons ist als pastorale Mitarbeiterin nicht zuletzt in der Kinderarbeit der von Pfarrer Paul geleiteten Pfarreien von St. Marien, St. Anna sowie Herz- Jesu in Osternienburg tätig. "Wir gehen davon aus, dass auch Eltern aus dem Umkreis, also aus Görzig, Elsnig, Osternienburg, Großpaschleben unser Angebot nutzen wollen."

Bereits 1992 hatten die katholischen Christen von Köthen die Eröffnung einer Kindertagesstätte ins Auge gefasst. Damals sollte ein städtischer Kindergarten übernommen werden. Die Bemühungen scheiterten jedoch schließlich, weil es auf das Gelände der entsprechenden Einrichtung angebliche Rückübertragungsansprüche gab, die sich später als unberechtigt erwiesen, wie Bernhard Nordhoff, Mitglied des gemeinsamen Kirchenvorstandes von St. Marien und St. Anna in Köthen berichtet. Die Eröffnung einer katholischen Kita geriet außer Reichweite. "Eine Predigt von Diakon Neumann im Herbst 2000 jedoch ließ uns nochmals einen Anlauf nehmen", erinnert sich Nordhoff.

Eigene Kindertagesstätte nochmals ins Auge gefasst

Und dann ging es verhältnismäßig schnell: Kirchenvorstandsbeschluss im Dezember 2000, Notarvertrag über den Zukauf eines benachbarten Geländes im Oktober 2001, Baugenehmigung im August 2002. Und inzwischen ist der Kindergarten bereits einen dreiviertel Meter hoch gemauert. Gebaut wird im Rahmen einer Vergabe-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme: 20 bislang arbeitslose Arbeitnehmer im Alter über 50 Jahren sollen in elf Monaten unter Leitung einer Generalübernehmerfirma den eingeschossigen Bau erstellen.

Von den Kosten von 1,3 Millionen Euro übernimmt das Arbeitsamt 693 000 Euro. Weitere 200 000 Euro sind bei der Stadt beantragt, 100 000 beim Landkreis, wovon 63 000 bereits bewilligt sind. Im Blick auf die laufenden Kosten habe die Stadt zugesagt, 95 Prozent der nach Abzug vor allem der Elternbeiträge bleibenden Restkosten zu tragen, so Nordhoff. "Was dann noch an Eigenanteil bleibt, können wir auf der Basis unserer Einkünfte aus der Verpachtung der Kirchengüter aufbringen", sagt das Kirchenvorstandsmitglied.

Das vom Architektenbüro Henry Madl entworfene und im Blick auf die Technik vom Büro Edgar Wirl in Wernigerode geplante Haus ist für drei Gruppen konzipiert. Das eingeschossige Gebäude wird den Kleinen und ihren Erzieherinnen neben dem jeweiligen Gruppenraum auch einen Nebenraum sowie je einen halben Geräteraum bieten. Das großzügige Foyer soll künftig teilweise auch als Sportraum genutzt werden. Zudem sind ein Werk- und Bastelraum sowie eine Küche vorgesehen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 48 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 12.12.2002

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