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Bistum Görlitz

In der Gruppe Entlastung erfahren

Caritas Forst ruft monatliches Forum für Angehörige von Demenzkranken ins Leben

Forst (ma/tdh) -Immer mehr Menschen in Deutschland werden immer älter. Und mit dem Alter kommen die Krankheiten. Eine Krankheit, die sprunghaft zunimmt, ist die Demenz. Hevorgerufen wird sie von Durchblutungsstörungen im Gehirn, etwa durch einen Schlaganfall, oder durch die Alzheimerkrankheit. Schon heute sind mehr als 1,2 Millionen Menschen direkt von Demenz betroffen.

Caritas müht sich um Demenzkranke

Die Caritas-Kreisstelle Cottbus widmet sich seit mehreren Jahren auf unterschiedlichen Feldern -wie der Pflege, Beratung oder Begleitung -der Arbeit mit Demenzkranken. Dazu gehört auch ein eigenes Beratungsangebot im Rahmen der Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen" (KBS) der Caritas in Forst. Als wichtige Aufgabe sehen es die Mitarbeiter, insbesondere den Angehörigen Informationen zur Thematik zu vermitteln.

"Demenzkranke kommen in die Situation, dass sie Stück für Stück den Zugang zu ihrem eigenen Leben verlieren. Begonnen mit den jüngsten Erfahrungen und Erlebnissen, reicht der Verlust bis in die eigenen jungen Lebensjahre zurück", weiß Markus Adam, Mitarbeiter der Caritas- Kreisstelle Cottbus. "Damit gehen ihnen aber auch die lebenspraktischen Fertigkeiten Stück für Stück verloren. Das macht wütend, lässt sie in eine depressive Stimmung verfallen oder löst schlicht und einfach nur Aggressionen aus. Situationen mit denen Angehörige ständig konfrontiert sind."

So wichtig die Hilfe für die Erkrankten ist, so wichtig ist sie auch für Angehörige, so der Caritas- Mann. Wenn ein geliebter Mensch -egal ob der Lebenspartner, ein Geschwisterteil, ein Elternteil oder ein naher Freund -sich dermaßen verändert, sind die Angehörigen extrem stark gefordert, unterliegen starken psychischen Belastungen. Denn wie reagiert man am besten auf immer häufiger auftretende kindliche Verhaltensweisen, wie geht man mit Wut und Aggression beim anderen um? so Adam. Wie werde ich dem Erkrankten in seiner Situation am besten gerecht, ohne ihn wie ein Kind zu behandeln, um ihm letztlich seine Würde zu bewahren? Was mache ich mit meinen eigenen Gefühlen, vielleicht mit Ängsten oder eigener Wut?

Hilfe für Angehörige von Demenzkranken

Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen der Caritas Forst begleiten Angehörige und vermitteln an entsprechende Fachdienste. Sie bieten Gespräche und Informationen an. Um diese Arbeit weiter zu unterstützen, startete die KBS der Caritas am 2. Dezember eine Angehörigengruppe. "Hier finden Angehörige eine Möglichkeit der Entlastung", so Adam, der die Angehörigengruppe begleitet. "Sie haben ein Forum zum Erfahrungsaustausch und können Anregungen von anderen Betroffenen bekommen. Somit können in solch einer Angehörigengruppe auch die Selbsthilfekräfte jedes Einzelnen stärker aktiviert werden, im eigenen Interesse und auch zum Nutzen der anderen Teilnehmer."

Das erste Treffen der Gruppe fand Anfang Dezember in einem kleinen Kreis von drei Interessierten statt. "Wir würden uns freuen, wenn noch weitere Angehörige den Weg in die Gruppe finden", so Adam. "Wir wollen eine Anlaufstelle für alle sein, die als Angehörige, als Freunde oder Nachbarn mit Menschen zu tun haben, die an Alzheimer oder einer anderen Demenz erkrankt sind."

Die Angehörigengruppe trifft sich das nächste Mal
am 16. Januar um 14 Uhr in den Räumen der
Caritas Forst,
Kegeldamm 2,
03149 Forst,
Tel. (0 35 62) 66 98 08.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 49 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 13.12.2002

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