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Bistum Magdeburg

Zukunft des Glaubens im Blick

Seelsorger und Laien dachten über Pastoral im Dekanat Magdeburg nach

Magdeburg (tdh) -Wie müssen in Zukunft die seelsorglichen Strukturen im Dekanat Magdeburg aussehen, damit katholische Christen der Region weiterhin miteinander als Gemeinde leben und in die Gesellschaft hinein wirken können? Diese Frage stand über einer Tagung, zu der am 9. November in Magdeburg 20 engagierte Laien aus den Gemeinden des Dekanates und 14 hauptamtliche Seelsorger zusammengekommen waren.

Mit dem Treffen von Vertretern der Dekanatskonferenz (Hauptamtliche) und des Dekanatsrates (Pfarrgemeinderatsvorsitzende) fand erstmals eine Dekanatsversammlung statt, wie Teilnehmer Ferdinand Pretz, Pfarrgemeinderatsvorsitzender der Pfarrei St. Norbert in Magdeburg- Buckau, feststellte. Nach Angaben von Pretz kam die Versammlung auf Initiative der PGR-Vorsitzenden mit tatkräftiger Unterstützung von Dechant Ulrich Lieb aus Schönebeck zustande. "Wir wollten signalisieren, dass wir bereit sind, etwas zu tun, damit der Glaube hier weiterlebt. Aber wir wollten auch einmal von offizieller Seite hören, was es hinsichtlich der künftigen Gemeindestrukturen an Überlegungen gibt", so Pretz auf Anfrage. "Wir sind bereit, uns den Tatsachen zu stellen und Zusammenschlüsse auf den Weg zu bringen, damit auch bei weniger Kirchenmitgliedern und Priestern Gemeinde weiter stattfinden kann."

Diakon Wolfgang Gerlich, Magdeburg, und Jörg Sonnemann, Gommern, informierten über die Diskussion zu einem Leitbild des Bistums beim Pastoralen Zukunftsgespräch (PZG) sowie über Anregungen im Blick auf die Bildung pastoraler Regionen. Nach diesen bislang nicht beschlossenen Überlegungen sollten künftig jeweils rund 2000 Katholiken in der Stadt und rund 500 Katholiken auf dem Land Pfarrverbände bilden. Auf das Dekanat Magdeburg bezogen könnten dies nach Ferdinand Pretz rund zwei bis drei in der Stadt und weitere zwei im Raum Burg / Genthin sein. Alle fünf Pfarrverbände würden dann zusammen eine pastorale Region bilden.

"Die Angst, als Gemeinde die Selbstständigkeit zu verlieren, ist bei vielen noch sehr groß", sagt PGR-Vorsitzender Pretz. "Aber wir werden um Zusammenschlüsse nicht herumkommen -diese Erkenntnis setzt sich immer mehr in den Gemeinden durch." Bereits 1996 seien in einem Pastoralplan des Bistums entsprechende Überlegungen angestellt und diese den Dekanatskonferenzen und den Dekanatsräten zur aktiven Aneignung anempfohlen worden mit der Bitte, sich peu a peu auf freiwilliger Basis zusammenzutun.

Dort, wo es die Verhältnisse erforderten oder wo von Seiten des Bistums entsprechend eingegriffen wurde, gebe es faktisch bereits Pfarrverbände, so Pretz. Dies gelte etwa für die Gemeinden St. Petri, St. Norbert sowie Heilig Kreuz, Biederitz, die alle von den Prämonstratensern geleitet werden, oder in Hinsicht auf St. Agnes und St. Mechthild im Magdeburger Norden, die einen gemeinsamen Pfarrer haben.

Am Ende der Diskussion beschloss die Dekanatsversammlung, den 1996 erarbeiteten Pastoralplan für das Dekanat Magdeburg bis zum Frühjahr 2003 zu überarbeiten, um ihn dann dem Bischof zur Entscheidung vorzulegen. Und: Bei konkretem Bedarf wollen sich Hauptamtliche und engagierte Laien des Dekanates Magdeburg wieder zu einer Dekanatsversammlung treffen. Denn das jetzige Treffen empfanden viele als fruchtbar.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 14.11.2002

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